Vorsicht beim ersten Weidegang des Jahres

Wenn die Winterzeit langsam zu Ende geht und der Frühling sich mit grossen Schritten nähert, dann rückt auch die Weidezeit für unsere Pferde in greifbare Nähe. Natürlich freuen sich Pferd und Mensch darauf, wenn es endlich wieder los geht. Allerdings sollten wir beim Anweiden und beim ersten Weidegang Vorsichtig walten lassen, denn nach der langen Winterpause besteht ein erhöhtes Verletzungs- und Erkrankungsrisiko für die Pferde.

Pferd im Galop
Freude beim Weidegang (Foto: Pixabay)

Möglicher Eiweissüberschuss beim Pferd

Pferde sind sehr sensible Tiere, auch was ihre Fütterung betrifft. Daher ist bei jeder Umstellung des Pferdefutters Vorsicht geboten. Das aufspriessende Frühlingsgras stellt somit eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Tiere dar, weil der Protein- und Fruktangehalt in der Wachstumsphase der Gräser besonders hoch ist. Bei einem zu schnellen und unvorsichtigen Anweiden kann es zu einem Eiweißüberschuss kommen, der den Stoffwechsel der Pferde, insbesondere die Leber und die Nieren stark belastet.

Die möglichen Folgen können vielfältig sein und reichen von Koliken und Durchfall bis hin zu Hufrehe. Pferde benötigen spezielle Darmbakterien für die Verwertung der frischen Gräser. Diese sind nach einer mehrmonatigen Winterpause, in der überwiegend Heu und Stroh die Nahrungsgrundlage waren, nur noch in geringem Umfang vorhanden. Daher muss ein Pferd mit langsamen und vorsichtigen Anweiden erst wieder daran gewöhnt werden. Am besten beginnt man mit kurzen Zeitintervallen und steigert diese dann Schritt für Schritt.

Pferdeweide
Langsam Anweiden (Foto: privat)

Angepasste Fütterung beim Fellwechsel

Der Fellwechsel beim Pferd beginnt früher, als viele Pferdehalter meinen. Im Frühjahr ist er schon längst in vollem Gange. Äusserlich wird nur die letzte Phase des Fellwechsels wahrgenommen, nämlich wenn das Winterfell in grossen Mengen abfällt. Der eigentliche Fellwechsel beginnt jedoch viel früher. Pferde reagieren nicht nur auf Temperaturunterschiede, sondern vor allem auf die Sonneneinstrahlung. Sobald die Tage wieder länger werden, stellt sich bei den Tieren der Hormonhaushalt um. Und für den Aufbau des Sommerfell benötigen unsere Pferde genügend Mineralstoffe.

In freier Wildbahn suchen sich die Tiere intuitiv die richtigen Wurzeln, Blätter und Samen aus – je nachdem, welche Vitalstoffe sie gerade benötigen. Unsere domestizierten Pferde aber haben diese Möglichkeit meistens nicht. Daher ist es bei Bedarf sinnvoll, sie durch das Füttern von saisonalen Kräutern zusätzlich zu unterstützen. Damit die für den Fellstoffwechsel notwendigen Stoffe aus der Nahrung aufgenommen werden können, ist eine gesunde Verdauung das A und O. Die beste Unterstützung für den Fellwechsel ist daher eine ausgewogene Fütterung*. Hochwertiges Heu und Stroh sollte dabei immer die Nahrungsgrundlage sein, welche durch ausgesuchte Mineralstoffe und eventuell Kraftfutter ergänzt werden kann.

Angepasste Fütterung (Foto: Pixabay)

Kriterien ans Pferdefutter

Was seine Ernährung betrifft, ist das Pferd sehr anspruchsvoll. Besonders bei sensiblen Pferden kann man bei deren Ernährung einiges falsch machen. Um Probleme zu vermeiden, sollten Pferdehalter bei der Auswahl des Futters für Ihren Vierbeiner einige Kriterien beachten:

  • Das Alter des Pferdes (besonders ältere Pferde neigen zum Gewichtsabbau)
  • Wie oft wird mit dem Pferd gearbeitet? (energiereduziertes oder energiereiches Futter)
  • Ist das Pferd Allergiker? (getreidefreies Pferdefutter)
  • Hat das Pferd besondere Vorlieben? (schmackhaftes Futter mit ausgewählten Zutaten)
  • Sind krankheitsbedingte Vorgaben zur beachten? (Stoffwechselerkrankungen in Form von Hufrehe, EMS und Cushing)
  • Wie viel Futter braucht das Pferd, um sein Idealgewicht zu halten oder zu erreichen? (Empfohlen wird ca. 1,5 kg Raufutter je 100 kg Körpergewicht – je nach Beanspruchung und Rasse, dazu gutes Mineralfutter sowie bei Bedarf auch Kraftfutter, das dem Pferd zusätzliche Energie gibt).

Es gilt also einiges zu beachten bei der Fütterung unserer Pferde, damit diese möglichst lange gesund und fit bleiben. Die Verantwortung dafür liegt letztendlich in unseren Händen als Pferdehalter. Daher ist es wichtig, sich ausführlich mit den Bedürfnissen seines Pferdes auseinanderzusetzen, um ihm eine möglichst artgerechtes Leben zu ermöglichen, wozu natürlich auch eine artgerechte Pferdehaltung gehört.

Verwendete Quellen: Pressemitteilung Pferdefutter-Test

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