Auswirkungen des Klimawandels auf die Pferdegesundheit

Es vergeht kein Tag, an dem wir in den Nachrichten nicht vom Klimawandel und seinen Auswirkungen hören. Unwetter und starke Regenfälle verwüsten ganze Landstriche, starke Hitzewellen und andauernde Dürren trocknen die Böden und Vegetation aus. Dies hat natürlich Auswirkungen auf Fauna und Flora. Aber sind diese Umweltveränderungen auch für Pferde spürbar? Die Spezialisten der Hanseklinik für Pferde beobachten einige gravierende Auffälligkeiten, die sich auf den Klimawandel zurückführen lassen, und warnen vor zunehmenden gesundheitlichen Risiken.

Wetterextreme nehmen zu (Foto: Maria Muelas / Pixabay)

Lungenerkrankungen – Belastung der Atemwege durch erhöhtes Staubaufkommen

Durch lange Dürreperioden trocknet der Boden auf den Weiden und Reitplätzen stark aus und besonders für Pferde stellt die daraus resultierende Staubbelastung ein großes Problem dar. Während der letzten heißen Sommer in Deutschland wurde schon das eine oder andere Mal die 30-Grad-Marke geknackt. Hohe Temperaturen und wenig Niederschlag führen unausweichlich zu trockenen und staubigen Böden. Werden Pferde auf diesen ausgetrockneten Plätzen bewegt, wird zusätzlicher Staub aufgewirbelt, den die Tiere über die Lunge aufnehmen.

Was passiert mit dem Staub in der Lunge?

Ein Pferd atmet allein im Ruhezustand rund 90.000 Liter Luft pro Tag ein und aus. Bereits kleine Einschränkungen können massive Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Tiere haben. Ganz besonders Sportpferde sind darauf angewiesen, das gesamte Lungenvolumen in Anspruch nehmen zu können. Durch die inhalierten Partikel finden immer wiederkehrende Entzündungsreaktionen statt, aus denen in vielen Fällen eine chronische Atemwegserkrankung resultiert.

Unter den Patienten der Hanseklinik für Pferde sind deutlich mehr Pferde mit asthmatischen Symptomen zu beobachten. Klinikleiter Dr. Olivier Brandenberger sieht eine Verbindung zwischen dem Anstieg der Atemwegserkrankungen und dem trockenen, staubigen Umfeld, dem die Pferde durch den Klimawandel ausgesetzt sind. Da Atemwegserkrankungen oftmals komplexe Erkrankungen sind, ist es besonders wichtig, die Ursachen zu identifizieren und zu eliminieren. Beispielsweise kann es bereits helfen, die Sandplätze und Paddocks im Sommer zu wässern oder auf alternative Einstreu* / Bodenbeläge zu wechseln.

Pferde sind empfindlich gegen Staub (Foto: Soledad Lorieto / Unsplash)

Sobald die Atemwege beeinträchtigt sind, machen sich charakteristische Symptome des Equinen Asthmas bemerkbar. Diese Erkrankung wurde früher auch als COB, RAO oder IAD bezeichnet. All diese Begriffe beschreiben aber dasselbe Krankheitsbild, was unter den Begriff Equines Asthma fällt. Zu den Symptomen zählt neben Husten auch Nasenausfluss, der durch das Abhusten aus der Lunge über die Nase abgesondert wird. Zudem verändert sich die Atmung. Den Pferden fällt das Atmen deutlich schwerer, weshalb sie anfangen, schneller und tiefer zu atmen (Bauchatmung).

Der Anstieg zahlreicher Erkrankungen vor allem der Atemwege lässt sich zum Teil auf den Klimawandel zurückführen – sei es durch die Nahrung, das Training oder die Haltungsbedingungen. Einige Ursachen lassen sich unmittelbar eindämmen oder gar bekämpfen, für andere stellt nur die tierärztliche Behandlung eine Lösung dar. Bei ersten Anzeichen ist es sinnvoll, den Tierarzt konsultieren oder die Lunge in einer Klinik untersuchen lassen, damit dem Voranschreiten der Krankheit am besten vorgebeugt oder es aufgehalten werden kann.

In jedem Fall sollten Pferdebesitzer die Veränderungen des Klimas im Hinterkopf behalten und das Wohlbefinden des Pferdes mehr denn je in den Fokus stellen. Weiterführende Inhalte zum Thema Klimawandel und zu den Behandlungsmethoden für Atemwegserkrankungen gibt es auf der Homepage der Hanseklinik für Pferde

Verwendete Quellen: Pressemeldung der Hanseklinik für Pferde

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