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Jürgen Grande im Interview

Seinen eigenen Weg mit den Pferden zu finden, das ist nicht immer einfach. Meistens beginnt der Start ins Reiterleben mit Reitstunden, die von den FN-Vorgaben geprägt sind und oft bleibt es beim einmal eingeschlagenen Weg. Jürgen Grande allerdings hat sich nicht damit zufrieden gegeben. Seit gut 30 Jahren hat er nun intensiv mit Pferden zu tun und in dieser Zeit hat sich so einiges geändert.

Nachdem ihn die anfänglichen unzähligen Reitstunden nach FN-Reglement letztlich kaum weiter brachten – außer zu der Erkenntnis, dass dies ein Ende haben muss – folgten acht Jahre Parelli. Obwohl sich dies für Jürgen schon deutlich besser anfühlte, fehlte ihm immer noch irgend etwas. Irgendwie hatte er das Gefühl, dass dabei die Seele des Pferdes zu kurz kam.

Jürgen stieß dann auf eine ganze Reihe weiterer, alternativer Konzepte, die er mit den eigenen Pferden ausprobieren konnte. Mark Rashid war es dann, der ihn am meisten inspirierte und ihm den eigenen, weiteren Weg wies. Mit “Minimal Horsemanship“ hat Jürgen inzwischen seine Methode gefunden, wie er mit Pferden umgehen möchte. Was aber steckt dahinter? Dies und noch mehr wollte ich von Jürgen Grande wissen und habe ihm daher einige Fragen gestellt:

Jürgen Grande
Foto: Jürgen Grande

Hallo Jürgen, zunächst vielen Dank für Deine Zeit, die Du Dir für mein Anliegen nimmst. Zu Beginn würde ich gerne wissen: Wie hast Du zu den Pferden gefunden und was fasziniert Dich an ihnen?

Oft bringt der Zufall die interessantesten Wendungen im Leben. Eigentlich bin ich komplett ohne Pferde groß geworden. In den 60er Jahren, in meiner Kindheit, sah ich nur das Arbeitstier von weitem, mit dem unser Bürgermeister das Feld pflügte oder Holz rückte. Ich war dann schon um die Mitte dreißig, als die Wende kam und mich eine meiner Gitarrenschülerinnen einlud, auf dem Hof spazieren zu gehen, wo sie regelmäßig Reitstunden nahm.

Mit dem Spaziergang wurde es nichts, denn der Hofinhaber erkannte sofort meinen Mangel, und binnen einer halben Stunde hatte ich das erste Mal in meinem Leben ein echtes Pferd in der Hand, einen etwas groß geratenen Trakehner mit 185 Stockmaß. Als ich nach der Longierstunde abstieg, war mir sofort klar, dass dieses Treffen nicht das letzte war.

Was ich an Pferden faszinierend finde, hat Pat Parelli recht treffend ausgedrückt: “Horses are nature in its finest form.“ Es gibt aber noch einen weiteren Aspekt. Ich bin zwar ein eher rationaler Mensch und weit davon entfernt, irgendeiner Form von Esoterik anzuhängen, aber irgendwie strahlen Pferde etwas aus, was ich als „mystisch“ bezeichnen möchte.

Mir kommt es immer vor, als wollten sie uns etwas mitteilen. „Unser Thema ist das Pferd, das Thema der Pferde ist dagegen der Zustand der Welt“, hat Hempfling einmal sinngemäß gesagt. Pferde können für uns Menschen große Lehrmeister sein, aber nur, wenn wir uns darauf einlassen und unsere Fehler erkennen und eingestehen, im großen wie im kleinen.

Pferde sind stark von der Natur und den eigenen Instinkten geprägt. Obwohl wir das wissen, wird ihr Verhalten leider oft immer noch fehlinterpretiert. Was ist aus Deiner Sicht wichtig beim Umgang mit Pferden?

Die Domäne des Menschen ist die Abstraktion, die des Pferdes die Konkretheit. Hier liegt das Minenfeld menschlicher Irrtümer. Pferde denken auch nicht geradlinig, so wie wir Menschen, die auf kürzestem Weg sofort etwas haben und (sobald erobert) nicht mehr so schnell loslassen wollen. Pferde denken dagegen gewissermaßen „lateral“ und um ein paar Ecken.

Althergebrachte Dominanztheorien, die selten infrage gestellt werden, weil sie so einfach und schlüssig wirken, sind ebenfalls weitverbreitete Fehlerquellen. Ernsthafte ethologische Studien ergeben jedoch ein anderes, viel differenzierteres Bild pferdischer Kultur. Hierarchische Herdenstrukturen gibt es zwar sehr wohl, aber nicht in Form des darwinistisch eingefärbten Modells.

Wer Lucy Rees‘  letztes Buch “Horses In Company“ ernsthaft studiert, erfährt viel über das in Wahrheit zumeist kooperative (und nicht so sehr konkurrierende) Verhalten der Individuen innerhalb der zwei Herden-Haupttypen (“family band“ und “bachelor group“) sowie innerhalb eines Herdenverbandes. Auch Mark Rashid hat schon darauf hingewiesen, dass im echten Pferdeleben in freier Natur nicht etwa die Egoisten und Despoten üblicherweise das Sagen haben, sondern der kompetente, kommunikative und diplomatische Führer, der das (Über)leben sichert.

Eine weitere Fehlleistung im Umgang mit Pferden ist der sattsam bekannte Anthropomorphismus, also das Bewerten pferdischen Verhaltens nach menschlichen Charakter-Mustern. Eigentlich müsste dieses Thema schon längst durch sein, denn es wird ja ausreichend diskutiert. Dennoch sind die gängigen Stallgespräche nach wie vor von diesem Phänomen durchtränkt. Besonders beliebt bei Reitern ist der Ventriloquismus, also das Bauchrednertum, wobei im Namen des Pferdes verkündet wird, was dieses mit seinem Verhalten gerade hat ausdrücken wollen. Ich will ja niemandem zu nahe treten, aber was dabei rauskommt, ist meistens grotesk oder einfach nur unfreiwillig komisch.

Es ist aber nicht nur der Anthropomorphismus, der guten Umgang mit Pferden so ins Wanken bringt, sondern auch dessen genaues Gegenbild, das ich hier “Hippomorphismus“ nennen möchte. Hier heißt es, wir müssten uns lediglich die Körpersprache des Pferdes zu eigen machen und dann könnten wir damit perfekt kommunizieren und das Pferd von unseren Absichten überzeugen. Wir würden dadurch selber quasi zum Pferd und zum Alphatier. Das ist blühender Unsinn. Wir schaffen es, wenn überhaupt, bis zum talentierten Pferdedarsteller, denn wir sind vom Habitus und von unseren Charaktereigenschaften her alles andere als pferdisch, und kein Pferd dieser Welt würde uns mit Seinesgleichen verwechseln.

Natürlich ist es, um Missverständnisse zu vermeiden, von Vorteil, die Körpersprache von Pferden zu kennen. Aber statt diese zu imitieren, ist es viel erfolgversprechender, sich seinem Pferd unverstellt als Mensch zu zeigen und es daran zu gewöhnen. Meiner Erfahrung nach geht das relativ leicht und ist wesentlich effektiver. Wenn alles gut geht, sind Mensch und Pferd Verbündete, mit dem Menschen als „Primus inter pares“ (Erster unter Gleichen).

Reiter
Foto: Toni Kobler

Mark Rashid gilt immer noch als einer der bekanntesten Pferdeversteher und Du hast Dich sehr von ihm inspirieren lassen. Was gefällt Dir an ihm und seiner Arbeit?

Es ist seine Art zu denken, zu schreiben und in der Praxis an Pferde heranzugehen. Es gibt genügend Leute, die sich für unfehlbar halten und aus ihrem Ding eine geschützte Marke machen, deren ausschließlicher Verzehr alleiniges Glück verspricht. Gerade die alternative Szene (ohne jetzt Namen zu nennen) ist voll davon. Das ist oft reines Marketing. Mark Rashid gehört auf keinen Fall dazu. Er ist immer selbstkritisch, gibt Fehler offen zu und hat eine sehr interessante Entwicklung hinter sich.

Niemals würde er sein Tun als “Natural Horsemanship“ bezeichnen, er hat kein eigenes Etikett dafür. Mark Rashid ist einfach Mark Rashid. Sein Schreibstil ist nicht instruierend, sondern inspirierend. Nur selten hat mich ein Pferdemensch zum eigenen Denken so angeregt wie er. Doch was ist das Besondere an ihm, was unterscheidet ihn von anderen? Es ist die (wahrscheinlich) einzigartige Mischung aus indianischer Reitkunst und der Gedankenwelt des Aikido, einer speziellen Richtung japanischer Kampfkunst.

Der indianische Einfluss erschließt sich aus der Lektüre von Rashids ersten Werken. Dort erfahren wir: Marks früher Mentor, der „alte Mann“ (Klarname: Walter Pruitt), hatte sein Wissen nicht selber entwickelt, er war vielmehr inspiriert von einem alten Indianer (dessen Name leider nicht überliefert ist), von dem er sich viele Dinge abgeschaut hatte. Dieses Wissen ist durch den „alten Mann“ und die Arbeit auf dessen Ranch auf den noch sehr jungen Mark übergesprungen.

Später, in seiner Anfangszeit als Kursleiter, verdichtete Mark seine Methode zu etwas, was er selbst “passive leadership“ nennt: Der Mensch solle beim Training zum kompetenten Führer werden, nicht zum Diktator. Dann begann Mark, Aikido zu praktizieren. Dies ist eine reine Verteidigungskampfkunst, die stark geistig geprägt ist und Eitelkeit, Machtdünkel sowie Konkurrenzdenken ablehnt.

Im Umgang mit Pferden entwickelte Mark daraus dann das Prinzip, unerwünschte Energie des Pferdes aufzunehmen, statt gegen sie zu arbeiten, und sie in nützliche Energie umzuwandeln. Harmonie durch geschmeidige, friedliche Konfliktlösung also. Mark nennt das heute „Aibado“ (Aikido for horsemen). Für Näheres empfehle ich das Studium seiner Bücher*. Wer nicht viel Zeit hat, hier eine kleine Auswahl: “Horsemanship Through Life“ sowie “Nature In Horsemanship“.

Du selbst hast so einiges ausprobiert, bis Du Deinen eigenen Weg mit den Pferden gefunden hast. “Minimal Horsemanship“ nennt Du Deine Methode. Was genau müssen wir uns darunter vorstellen?

Einfach formuliert: Mit möglichst sparsamen Mitteln gewaltlos das Potential wecken, das im jeweiligen Pferd steckt. Pferde haben zwar sehr unterschiedliche Talente, die unter anderem von Körperbau und Charaktereigenschaften abhängen, aber glücklich das Pferd, das unvorbelastet ist, also gewissermaßen „roh“, dann stehen fast alle Türen offen. Sehr viel häufiger haben Pferde jedoch eine Vorgeschichte, meistens durch Einsatz im Turniersport oder als (langjährige) Unterrichtsmaschine im Reitstall.

Aber auch im Amateurbereich, der ja stark von der Profiszene befeuert wird, finden wir häufig genug fehlerhaften Umgang, schlechtes Training. Pferde sind zwar nicht explizit nachtragend, merken sich jedoch auch einiges, was dann entweder ihren Widerstand herausfordert (die berühmten „Unarten“) oder sie in eine Art „inneres Exil“ versetzt (Pferde im “shut-down“-Modus, fälschlich als „brav“ klassifiziert).

Mein “Minimal Horsemanship“ ist keine Sparversion irgendwelcher „klassischer“ Methoden, sondern mein Blick auf das Wesentliche, den Kern. Dieser bildet die gesunde Basis für alles, was später mit dem Pferd geschehen soll. Ohne diese Basis ist vieles vergeblich oder unvollständig. Wer seinen Hausbau mit dem Dachstuhl beginnt, muss sich nicht wundern, wenn der leere Keller bei schlechtem Wetter jedes Mal absäuft.

Ohne hier ins Detail zu gehen (denn Genaueres gibt es ja in meinen Kursen), zusammengefasst ein paar wichtige Säulen meiner Methode: Infragestellen der gängigen Alphatheorien, Beschäftigung mit ernsthaften ethologischen Studien, absolute Gewaltlosigkeit (physisch wie psychisch; das gilt auch für die Wahl der Hilfsmittel), Weniger ist Mehr, viel Geduld und gutes Timing. Und nicht  zu vergessen: Nature tells the truth.

Um unseren Pferden gerecht zu werden, sollten wir den Umgang mit ihnen ganzheitlich betrachten. Dazu gehören nicht nur die Ausbildung, sondern vor allem auch die Haltung. Wie sieht für Dich eine artgerechte Pferdehaltung aus?

Meine erste Wahl ist klar der Offenstall. Trotzdem bleibt auch dieser letztendlich menschliche Gefangenschaft, egal wie großzügig er angelegt ist. Und es gibt auch hier durchaus Unterschiede, je nach den örtlichen Gegebenheiten oder dem Talent der Betreiber. Der Stall, in dem meine Stute seit Jahren lebt, lässt da nichts zu wünschen übrig. Großzügige Flächen mit Wegenetz, Wasserstelle und Heuraufen getrennt (damit die Pferde mehr hin und her gehen müssen), sehr große Weiden, unbegrenztes Rauhfutterangebot, ganztägige Bewegungsfreiheit, alles abseits in sehr ruhiger Lage.

Die Gruppe besteht aus einem Dutzend Pferden, Stuten und Wallache gemischt. Zoff gibt es so gut wie keinen, höchstens mal eine kleine Rangelei mit kleinen Bisswunden, aber mit sowas ist bei dieser Haltung immer zu rechnen. Ich persönlich bin zudem schon lange überzeugter und praktizierender Barhufbefürworter und finde, dass Offenstall und Hufbeschlag nicht zusammengehören. Derzeit ist die Tendenz bei uns klar eisenlos, da inzwischen Besitzer und alle Einsteller am selben Strang ziehen.

Ich benutze ungern das Wort „Herde“, da im Offenstall so etwas nur selten anzutreffen ist. Üblicherweise handelt es sich hier vielmehr um eine zufällige Ansammlung von Individuen verschiedener Herkunft, Vorgeschichte und (manchmal) mit psychischen Problemen. Es ist also keine Herde im natürlichen Sinn, sondern eher eine Horde, die mit der Zeit eine stallspezifische Kultur des Zusammenlebens entwickelt, vorausgesetzt, die Fluktuation ist nicht zu groß.

Pferde im Winter
Foto: Jürgen Grande

Offenstall allein ist aber noch nicht alles. Ein wichtiger Faktor ist die Ernährung. Ich persönlich bin auch in dieser Hinsicht minimalistisch: Ins Pferdemaul gehören eigentlich nur Gras, Heu und Wasser. Ich füge lediglich geringste Mengen an Bierhefe, frischem Knoblauch und Olivenöl hinzu. Kräuter und Mineralien besorgt sich mein Pferd selbständig in der freien Natur, da weiß es besser als ich, was gerade gut ist. Auch in alternativen Offenställen ist eine sehr merkwürdige Tendenz zur Überversorgung festzustellen. Manches mag ja nützlich sein, aber ich werde den Eindruck nicht los, dass es tendenziell eher schädlich ist. Auch hier gilt: Nature tells the truth. Pferde sind Meister des Mangel-Managements, und die Faustregel sollte lauten: im Zweifel weniger als zu viel.

Ein paar Tage im Monat (um den Vollmond herum) bekommt mein Pferd von mir ein spezielles Wurmkraut verabreicht. Bei uns wird selektiv entwurmt. Das heißt, dass durch regelmäßige Labortests ermittelt wird, ob eine Wurmkur überhaupt notwendig ist. Chemische Mittel sind inzwischen selten in Anwendung, wir haben die Situation gut im Griff, was übrigens auch an der peniblen Stallhygiene liegt (ein Punkt, der viel zu oft unterschätzt wird).

Bleibt noch das Thema Zahnpflege. Leider ist diese auch im besten Offenstall regelmäßig notwendig und auch wichtiger als die meisten glauben. Von schlechter Zahnsituation können viele körperliche Beschwerden ausgehen, die zunächst gar nicht damit in Zusammenhang gebracht werden. Das reicht von Verdauungsstörungen bis hin zu Rückenproblemen oder Lahmheit. Hier ist übrigens (ähnlich wie bei der Wahl des Barhufpflegers) Vorsicht geboten, denn auch hier sind Kenntnisse und Fertigkeiten breit gestreut (um es diplomatisch auszudrücken).

Fast alle halten ein Pferd, um es zu reiten. Kritiker des Reitens sagen allerdings, dass der Rücken eines Pferdes eigentlich gar nicht dafür gemacht ist, einen Menschen zu tragen und lehnen es daher ab, auf dem Rücken ihres Pferdes Platz zu nehmen. Wie siehst Du das?

Es gibt in der Natur in der Tat keine vergleichbare Situation, die der Belastung durch einen Reiter entspräche (Trächtigkeit, Beschälen oder Spiel sehen physikalisch anders aus). Daraus abzuleiten, es dürfe auf dem Rücken des Pferdes niemand Platz nehmen, nur weil es unnatürlich sei, halte ich jedoch für verfehlt. Auch hier gilt: Art und Menge machen das Gift. Wenn ein Pferd geritten wird, dann bringt es uns ein Opfer, das wir uns verdienen müssen. Und hier liegen die Kriterien für meine persönliche Antwort, die wiederum eine Frage ist: Wie kommt das Pferd aus dieser Situation mit geringstem Schaden heraus?

Was uns interessieren sollte: Warum und wozu wird heute geritten? Früher stand der Nutzfaktor (Transport, Landwirtschaft, Krieg, Zeremonie) im Vordergrund. Heute scheint mir die Präsentation des Ego (aus welcher Motivation heraus auch immer) die entscheidende Triebfeder zu sein. Glücksgefühl ist sicherlich dabei, aber – seien wir ehrlich – auch eine gewisse Portion Eitelkeit.

Die Bibliotheken sind voll von Reitlehren, von denen jede meint, die Wahrheit zu verkünden. Vieles in der Reit“kunst“ halte ich in Wirklichkeit für Künstelei, aber das ist ein anderes Thema. Meiner Auffassung und Erfahrung nach fühlen sich Pferde beim Reiten am wohlsten, wenn sie sich samt Reiter in natürlicher Balance (be)finden, und zwar körperlich  u n d  psychisch. Um dies zu erreichen, sind die gängigen mechanischen Mittel weitestgehend ungeeignet. Dazu gehören beispielsweise Gebisse aller Art (was übrigens schon Antoine de Pluvinel unumwunden zugab).

Reiten ist nicht alles, auch wenn die meisten Leute ausschließlich darauf fixiert sind. Dabei gibt es zusammen mit dem Pferd tausend schöne Sachen, die auch am Boden Vergnügen, Glück und Erfüllung schaffen. Meine Stute (22) ist seit acht Jahren mit mir zusammen und seitdem ungeritten (und das bleibt so). Unsere Spaziergänge durch die hier vorherrschende hügelige und waldige Gegend dauern zwei bis vier Stunden. Es gibt immer wieder Gelegenheiten für kleine, nützliche Übungen, ab und an passieren auch kleine Abenteuer. Mein Pferd und ich haben eine starke mentale Verbindung, seit Jahren brauche ich keinen Halfter oder Führstrick mehr. Jeder Ausflug ist für mich so etwas wie Urlaub, für das Pferd willkommene Abwechslung.

Foto: Jürgen Grande

Du möchtest Anreize schaffen, eingefahrene Wege zu verlassen und eigene Schlüsse zu ziehen. Mit “Minimal Horsemanship“ hast Du den ersten Schritt dazu gemacht. Wie sehen nun Deine Pläne für die Zukunft aus?

Bisher war mein Verhältnis zu Pferden (und es waren nicht gerade wenige, mit denen ich bislang längerfristig zu tun hatte) nur ein Hobby, auch wenn ich dieses vom Aufwand her sehr ernsthaft betrieben habe. Nun fände ich es schade, wenn mein Wissen und Können sozusagen in meinen vier Wänden bliebe. Außerdem ist mir meine langjährige Tätigkeit als Musiker und Musiklehrer als alleiniges Standbein inzwischen zu wenig. Von daher setze ich nun meinen Gedanken, den ich schon länger mit mir herumtrage, in die Tat um, und versuche, auch mit meinem Projekt “Minimal Horsemanship“ den Fuß in die Tür zu bekommen, ihn also beruflich umzusetzen.

Ansonsten fahre ich fort, hippologische Artikel oder Buchrezensionen zu schreiben. Das mache ich primär aus Selbstdisziplin (um meine Gedanken zu ordnen), aber vielleicht möchte das ja doch mal jemand lesen und Gewinn daraus ziehen. Wer Interesse hat und Näheres über mich und mein Tun wissen will, möge mir schreiben (MinimalHorsemanship@email.de)

Welchen persönlichen Rat möchtest Du zum Schluß anderen Pferdefreunden noch mit auf den Weg geben?

Ich mache es kurz und zitiere hier einfach mal Mark Rashid. Er erwähnt unter anderem drei wichtige Punkte, die in Großbuchstaben über den Stalleingängen stehen sollten:

Don’t work  a g a i n s t  your horse, do  w i t h  him.
Always listen to what the horse is trying to say.
Think for yourself.

(Arbeite nicht  g e g e n  dein Pferd, sondern  m i t  ihm.
Höre stets auf das, was das Pferd dir mitzuteilen versucht.
Denke eigenständig.)


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„Höre stets auf das, was das Pferd dir mitzuteilen versucht…“

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