Sonnenbrand & Co. beim Pferd

Der Sommer ist für viele die schönste Zeit des Jahres. Allerdings hat diese Jahreszeit auch ihre Schattenseiten: Hohe Temperaturen und Sonne von morgens bis abends setzen so manchem Menschen zu und auch unsere Tiere leiden unter extremer Hitze. Sonnenbrand, Hitzeschock oder Sonnenstich können die Folge sein. Auch wenn unsere Pferde ursprünglich Steppenbewohner waren und gut mit Hitze umgehen können, sollten wir doch um ihrer Gesundheit Willen einige Punkte beachten.

Empfindliche Pferde

Durch die Vielfalt an verschiedenen Rassen und Fellfarben reagieren unsere Pferde natürlich unterschiedlich auf starke Sonneneinstrahlung. Überall dort, wo viel helles Fell vorhanden ist, besteht eine hohe Sonnenbrand-Gefahr. Gefährdet sind vor allem die unpigmentierten Stellen wie rosa-weißliche Nüstern, die hellen Partien rund ums Auge und generell alle weißen Fellpartien. Diese sind häufig nur dünn behaart und daher nicht ausreichend vor der Sonneneinstrahlung geschützt.

Schimmel
Anfällig für Sonnenbrand (Foto: Pixabay)

Schimmel, Schecken und auch Pferde mit einer großen Blässe oder hellen Fesseln sind somit besonders anfällig für einen Sonnenbrand. Rappen sind diesbezüglich zwar im Vorteil, aber auf Grund ihres schwarzen Fells kommt es bei ihnen schneller zu einem Hitzestau. Ältere Pferde tun sich ebenfalls schwer mit großer Hitze und können schon mal mit Kreislaufproblemen zu kämpfen haben. Auf jeden Fall bestehen an heißen Tagen durchaus gesundheitliche Gefahren für alle Pferde.

Schattenplätze

Für Tiere auf der Weide ist es daher unerlässlich, jederzeit einen schattigen Ort aufsuchen zu können, um starker Sonneneinstrahlung zu entgehen. Dies kann z.B. ein Unterstand, eine Weidehütte oder ein Offenstall sein. Allerdings benötigen diese eine gewisse Größe, damit auch rangniedrige Pferde einen Platz im Schatten finden können. Ungiftige Bäume und Gehölze, die je nach Sonnenstand Schattenplätze bieten, sind ebenfalls eine gute Alternative.

Pferde im Stall
Schatten im Offenstall (Foto: privat)

Sollte auf der Koppel allerdings jeglicher Schattenplatz fehlen, so ist es sinnvoll, die Pferde an heißen Tagen nur über Nacht oder in den späten Nachmittagsstunden bzw. Abends dort weiden zu lassen. Dann ist die Sonneneinstrahlung nicht mehr so kräftig. Bei unseren eigenen Pferden im Offenstall können wir oft beoabachten, dass diese an heißen Tagen von selbst tagsüber Schattenplätze aufsuchen und Abends oder Nachts erst ausführlich grasen.

Fliegenmaske und Sonnencreme

Eine Fliegenmaske hält im Sommer nicht nur lästige Fliegen von den Köpfen unserer Pferde fern, sie schützt durch das engmaschige, schwarze Netz auch die Augen vor der Sonne. Wenn dann auch noch ein Nasenteil angebracht ist, werden zudem die empfindliche Nase und die Nüstern vor zu viel Sonneneinstrahlung geschützt. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ist ebenfalls eine Möglichkeit,
empfindliche Körperstellen beim Pferd wie Nüstern, Augenlider und Blessen vor Verbrennung zu schützen. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass es sich um ein parfümfreies, auf Allergie getestetes Sonnenschutzmittel handelt, damit wir unserem Pferd nicht mehr schaden als nützen. Am besten wählen wir ein ungiftiges Naturkosmetik-Produkt.

Fliegenmasken
Bäume bieten Schatten (Foto: Privat)

Sollten allerdings schon Anzeichen eines Sonnenbrands wie rote oder schuppende Haut zu erkennen sein, kann eine milde Heil- oder Zinksalbe aufgetragen werden, um Schmerzen zu lindern. Ebenfalls hilfreich sind Produkte mit Aloe Vera oder aus dem Bereich Homöopathie. Wenn aber bereits Blasen oder nässende, nicht heilende Wunden vorhanden sind, sollte auf jeden Fall der Tierarzt verständigt werden. In allen Fällen sollte das Pferd natürlich umgehend aus der Sonne genommen werden.

Stoffwechsel und Kreislauf

Bestimmte Pflanzen können den Stoffwechsel des Pferdes beeinfussen und bei manchen Tieren für eine Lichtsensibilisierung sorgen. Vor allem der Verzehr von Johanniskraut, aber auch zahlreiche Kleearten, Hahnenfuß und Buchweizen kann einen Sonnenbrand begünstigen. Ebenso ist es natürlich unerlässlich, das dem Pferd jederzeit frisches Trinkwasser zur Verfügung steht. Ohne genügend Flüssigkeitszufuhr werden die Vitalfunktionen des Vierbeiners eingeschränkt und dies wirkt sich auf fast alle Systeme im Körper des Pferdes aus.

Eine zusätzliche Belastung für unsere Pferde stellt natürlich das Trainieren auf dem Platz oder auch das Ausreiten in der prallen Mittagssonne dar. Nicht nur der Kreislauf des Pferdes kommt hier an seine Grenzen, auch die Gefahr für einen Sonnenbrand ist stark erhöht. Salz- und  Mineral-Lecksteine helfen zwar dabei, dass das Pferd seinen Elektrolyt-Haushalt wieder ausgleichen kann, dennoch sollten wir in den Sommermonaten auf das Training um die Mittagszeit verzichten und es lieber in die frühen Morgen- oder späteren Nachmittagsstunden verschieben. Auch ein Ausritt im Wald oder ein Training in der Halle sind dann weniger belastend.

Pferd abkühlen
Abkühlung, aber bitte vorsichtig (Foto: Pixabay)

Wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch der Ernstfall eingetreten ist und das Pferd einen Hitzschlag oder Kreislaufkollaps erlitten hat, muss sofort ein Tierarzt gerufen werden. Erste Anzeichen dafür sind, wenn das Pferd ohne ersichtlichen Grund plötzlich stark zu schwitzen beginnt, es mit gesenktem Kopf dasteht, die Körperspannung nachläßt, die Schleimhäute sehr hell sind und das Pferd womöglich sogar Schüttelfrost hat.

Bis zum Eintreffen des Tierarztes ist es dann sinnvoll, das Pferd langsam in den Schatten zu bringen und es mit feuchten, kühlen Tüchern behutsam wieder herunterzukühlen. Die Empfehlung, es direkt mit einem eiskalten Wasserschlauch abzuspritzen, sollten wir unterlassen, denn dies kann für das Herz-Kreislauf System des Pferdes zu viel sein! Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollten wir unser Pferd vor zu viel Sonne beim Reiten, auf der Weide und im Paddock schützen, so können alle unbeschwert den Sommer genießen. Wie schützt du dein Pferd?

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