Wer kümmert sich um Haus und Hof?

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Versicherungs-Tipps für die Urlaubszeit

Es dauert nicht mehr lange, dann stehen die Sommerferien wieder vor der Tür. Für viele Familien bedeutet das auch Vorfreude auf die Reisezeit, aber wer kümmert sich dann um Haus und Hof oder daheim gebliebene Haustiere? Oft springen freundliche Nachbarn und Bekannte oder auch professionelle Haussitter ein. Doch wenn denen mal ein Missgeschick passiert, was geschieht dann?

Haftungstechnisch ist das Engagieren eines sogenannten Haus- und Tiersitterservices eine sichere Alternative. Diese professionellen Helfer sind über eine Betriebshaftpflichtversicherung bei etwaigen Schadensersatzansprüchen abgesichert. Allerdings kosten solche Dienste natürlich etwas mehr als ein nettes Urlaubsgeschenk für einen hilfsbereiten Nachbarn oder Bekannten.

Pferdefarm
Haus und Hof wollen bei Abwesenheit versorgt sein (Foto: pixabay)

Um die freundschaftliche Beziehung zu Nachbarn oder Bekannten allerdings nicht aufs Spiel zu setzen, sollte auch hier schriftlich festgehalten werden, wer im möglicherweise eintretenden Schadensfall haftet. Das zumindest raten die Versicherungs-Experten. So kann sich weder der Nachbar beschweren, wenn er die versehentlich zerbrochene Vase ersetzen muss, noch der Hausherr, der bei entsprechender Abmachung auf dem Schaden sitzen bleibt.

Wer haftet denn nun bei einem Missgeschick? Wenn keine nachweisliche und eindeutige Absprache besteht, wird bei derartigen Gefälligkeitsdiensten teilweise ein stillschweigender Haftungsausschluss angenommen. Bei normaler Fahrlässigkeit ist der Helfer dann nicht in der Pflicht, schließlich kann jedem ein Missgeschick passieren.

Anders sieht es aber bei grober Fahrlässigkeit aus. Wird z.B. ein Fenster offen stehen gelassen, durch das Einbrecher leicht einsteigen können, muss unter Umständen der Helfer bzw. seine Versicherung haften. Hat der Nachbar allerdings eine Haftpflichtversicherung, dürfte ein Haftungsausschluss in der Regel verneint werden.

Besonders wenn Tiere versorgt werden müssen, sollten Urlauber mit dem Helfer über mögliche Haftungsschäden sprechen. Denn die Urlaubsvertretung haftet für Schäden, die das Tier anrichtet (BGG § 834, Haftung des Tieraufsehers). Daher sollte man Hunde oder Pferde nur beaufsichtigen, wenn der Halter eine entsprechende Haftpflichtversicherung hat. Diese schließt in der Regel auch den Tiersitter direkt mit ein.

Erleidet der tierische Liebling in der Abwesenheit des Halters selbst einen Schaden, ist die Betreuungsperson unter Umständen nur bei grob fahrlässigem Verhalten zur Verantwortung zu ziehen - und das muss seitens des Urlaubers erst einmal nachgewiesen werden. Auf jeden Fall sollte man einige Dinge beachten, wenn für die Urlaubszeit ein Helfer benötigt wird und sich rechtzeitig darum kümmern.

Quelle: ARAG SE



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