Schutzvertrag für Gnadenbrotpferde

Veröffentlicht in Verschiedenes

Auf Nummer Sicher gehen

Für jedes Pferd kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo es aus Alters- oder Gesundheitsgründen sein Rentnerdasein genießen darf. Natürlich sollten wir immer anstreben, dass es den Lebensabend in seiner gewohnten Umgebung verbringen kann. Leider ist das aus unterschiedlichen Gründen nicht immer möglich. Häufig wird in einem solchen Fall dann ein Gnadenbrothof in Betracht gezogen. Nicht immer hält der Anbieter aber, was er vorher verspricht und manchmal sind die hilfsbereiten Personen nicht so tierlieb, wie sie vorgeben. Wie kannst du dich und dein Pferd am besten davor schützen?

Schriftlicher Vertrag!

Natürlich solltest du dich vorab ausführlich über den ins Auge gefaßten Gnadenbrothof informieren und diesen öfter besuchen, um dir ein eigenes Bild zu machen. Auch die Rücksprache mit anderen Pferdebesitzern, deren Vierbeiner hier untergebracht ist, kann hilfreich sein. Wenn die Entscheidung dann gefallen ist, solltest du grundsätzlich einen schriftlichen Vertrag, einen sogenannten Schutzvertrag, abschließen, um im Streitfall die getroffene Vereinbarung vor Gericht beweisen zu können.

Nützlich ist es dann, den einzelnen Regelungen des Vertrages eine Einleitung, eine sog. Präambel, voranzustellen, in der festgehalten wird, dass dein Pferd dort seinen Lebensabend verbringen soll, eventuell Krankheiten und Gebrechen hat und deswegen nur in einer bestimmten Art und Weise gehalten oder genutzt werden darf. Gibt es später Streit über die Auslegung der Regelungen, wird ein Gericht die getroffenen Absprachen unter Berücksichtigung dieses Zweckes und dieser Absichten auslegen.

Pferderecht

Was ist zu beachten?

Die wichtigste Frage ist, ob das Eigentum am Pferd übertragen wird oder nur der Besitz. Wird das Eigentum übertragen, wird der "neue" Eigentümer auch Halter und haftet daher entsprechend. Du als vorheriger Eigentümer verlierst diese Stellung und musst keine Haftpflichtversicherung mehr abschließen. Da der neue Eigentümer dann aber mit deinem Pferd beliebig verfahren darf, müssen auf jeden Fall weitere Regelungen getroffen werden. Alles, was dir am Herzen liegt, ist also vor der Übergabe schriftlich festzuhalten, um deinem Pferd den besten Schutz zu garantieren.

Vorkaufs- und Wiederkaufsrecht

Bei der Eigentumsübertragung solltest du dir als Verkäufer aber unbedingt ein Vorkaufsrecht vorbehalten oder ein Wiederkaufrecht einräumen lassen. Im Falle des Wiederkaufrechts ist der Käufer dann zumindest verpflichtet, das Pferd gegen Zahlung des Wiederverkaufpreises zurück zu übereignen. So kannst du dich zumindest ein wenig gegen eine unberechtigte Weitergabe deines Pferdes absichern.

Vertragsstrafen nicht vergessen!

Damit sich auch beide Vertragspartner an die getroffenen Absprachen halten, sollte für den Fall von Vertragsverletzungen eine Vertragsstrafe vereinbart werden. Wenn dies nämlich fehlt, nützt der Vertrag nur wenig, da aus einer Vertragsverletzung meist kein materieller Schaden resultiert. Ausführliche Informationen dazu und auch zu anderen Rechtsfragen rund ums Pferd kann dir am besten ein Rechtsanwalt geben, der mit Pferderecht vertraut ist.

Wir sind auf jeden Fall froh, dass wir die Möglichkeit haben, unsere Pferde am Haus zu halten und ihnen auch hier die Möglichkeit zu einem entspannten Lebensabend in gewohnter Umgebung bieten können. Hast du dir schon einmal Gedanken dazu gemacht, wie dein Pferd seinen Ruhestand verbringen soll oder sogar schon einen Gnadenbrothof in Anspruch genommen? Dann freuen wir uns auf deine Erfahrungen.

Quelle: Rechtsanwalt Lars Jessen


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