Pflegen, Nachsäen und Düngen im Grünland

Veröffentlicht in Pferdehaltung, Verschiedenes

Bald geht es los!

Im Vergleich zum Vorjahr wird der Vegetationsbeginn 2015 etwa zwei bis drei Wochen später eintreten, so die Fachberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Von dem mit 200 Grad Celsius korrigierter Temperatursumme beschriebenen Vegetationsbeginn für das Grünland (die korrigierte Temperatursumme summiert alle positiven Tagesmitteltemperaturen ab 1. Januar zur Hälfte, ab 1. Februar zu dreiviertel und ab 1. März in vollem Wert auf) sind die niedersächsischen Regionen derzeit noch einige Tage entfernt.

Striegeln als GrünlandpflegemaßnahmeDie vom Deutschen Wetterdienst am 2. März ermittelten korrigierten Temperatursummen lagen auf dem niedersächsischen Festland zwischen 93 Grad Celsius (Faßberg) und 135 Grad Celsius (Emden). Je nach weiterem Temperaturverlauf wird der Vegetationsbeginn nun ab ungefähr Mitte März bei mittleren täglichen Zunahmen um plus vier Grad Celsius bis plus acht Grad Celsius erwartet.

Das bedeutet laut Landwirtschaftskammer, dass Pflege- und Düngungsmaßnahmen bei anhaltend positivem Temperaturverlauf spätestens mit dem Erreichen des Vegetationsbeginns erfolgen sollten. Voraussetzung für alle Pflegearbeiten sind eine gute Befahrbarkeit der Flächen sowie abgetrocknete Grasnarben.

Die Getreidebestände sind nicht nur unbeschadet durch den Winter gekommen, sondern zeigen sich aufgrund des warmen Herbstes insgesamt recht weit entwickelt und gut bis üppig bestockt. Der Raps hat den Winter ebenfalls gut überstanden. Wichtig ist, dass keine starken Fröste mehr auftreten. Auch Wechselfröste könnten sich noch negativ bemerkbar machen, wenn durch das Auffrieren und Absenken des Bodens ein Abreißen der Wurzeln erfolgt und damit ein Abschneiden des Bodenanschlusses und der Wasserversorgung verursacht wird. Die Frühjahrsbestellung wird starten, sobald die Wetterlage stabil und die Böden gut zu bearbeiten sind.

Im Ökolandbau sind die Winterungen überwiegend gut aus dem Winter gekommen. Bei ausreichend abgetrockneten Böden kann die Aussaat von Ackerbohnen, Sommerweizen und Hafer in Erwägung gezogen werden. Bei Sommergerste, Erbsen und Lupinen sollte allerdings noch abgewartet werden, so die Landwirtschaftskammer. Hier sollten die Böden schon etwas stärker erwärmt sein. Auch erste Striegelmaßnahmen im Wintergetreide können durchgeführt werden, wenn frostfreie Nächte zu erwarten und die Böden befahrbar und abgetrocknet sind.

Nach wie vor ist die Holzrückung im Wald wegen des fehlenden Frostes und der aufgeweichten Böden schwierig. Allerdings entspannt sich die Lage derzeit etwas, so die Forstexperten der Kammer. Die warme Witterung führt voraussichtlich zu einem frühzeitigen Saftziehen beim Laubholz, sodass die Saison insbesondere beim Bucheneinschlag früh beendet werden muss. Die andere Seite der frühlingshaften Temperaturen: Die ersten Knospen treiben aus. Das sei gefährlich, da Spätfrost die jungen Triebe schädigen könne, so die Forstexperten. Gefährdet seien vor allem junge Rotbuchen, Tannen und Douglasien auf Freiflächen. Eine weitere Gefahr drohe durch den Borkenkäfer: Ab 12 Grad Celsius beginnt der Schädling zu fliegen und könnte möglicherweise bereits gefälltes, aber noch nicht abgefahrenes Holz befallen und dadurch entwerten.

Quelle: "Landwirtschaftskammer Niedersachsen"



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