Pferd und Reiter in Balance

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Einblicke eines Sportheil-Chiropraktikers

Wer kennt das nicht: Beschwerden im Lendenbereich, Schmerzen in den Beinen, Einschränkungen des Bewegungsapparates. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass viele Freizeitreiter regelmäßig mit Beschwerden aufs Pferd steigen. Für den Münchner Sportheil-Chiropraktiker Rainer Thiele steht fest, das die Ursache oft im Becken liegt, denn zwei von drei Patienten mit derartigen Beschwerden weisen einen Beckenschiefstand auf. Bleibt dieser Schiefstand unbehandelt, hat dies meist Folgen für Reiter und Pferd.

DressurEin Beckenschiefstand kann zwar angeboren sein, bei den meisten Menschen geht er jedoch von einer Blockade im Iliosakralgelenk aus. Dieses Gelenk hat eine stabilisierende Funktion und verbindet die Beckenschaufeln mit dem unteren Teil der Wirbelsäule. Gehalten wird es durch den Beckenring und entsprechende Bandstrukturen. Kommt es nun durch die körperliche Beanspruchung beim Reiten, durch Verletzungen oder Unfälle zu einer Blockade, werden laut Rainer Thiele die Bänder des Iliosakralgelenkes verstärkt belastet, die stabilisierende Muskulatur verspannt sich und Schmerzen treten auf.

Dadurch, dass sich der Ansatzpunkt im Hüftgelenk verschiebt, zeigt sich eine funktionelle Beinlängendifferenz und die gesunde Statik des Körpers ist gestört. Allerdings sitzt die Ursache meist ganz woanders als das Symptom. „Tatsache ist, eine Blockade im Becken führt zu Schmerzen an Schultern, Rücken oder Beinen. Leider werde das Iliosakralgelenk bei der Diagnosestellung und Behandlung von Reitverletzungen meist vernachlässigt – mit schmerzhaften Folgen: Wird ein Beckenschiefstand mit einer funktionellen Beinverkürzung mit einem Fersenkissen oder einer Absatzerhöhung behandelt, werden die vorhandenen Beschwerden noch verstärkt“, warnt Thiele.

Der Ursache auf den Grund gehen

Das Ziel einer chiropraktischen Behandlung ist laut Thiele nicht die Symptome zu bekämpfen oder wegzuspritzen, sondern die Ursachen zu beseitigen. Wichtig zu wissen ist, das alle Körperfunktionen miteinander in Verbindung stehen, die gesamte Steuerung erfolgt über die Nerven – mit dem Rückenmark als wichtigste Verbindung in der Wirbelsäule. Wird diese Verbindung an irgendeiner Stelle gestört, kommt es zu Blockaden. Dadurch gerät der Körper aus dem Gleichgewicht und reagiert mit Schmerzen. Der menschliche Körper ist zwar generell sehr geduldig und stets darauf bedacht, Fehlstellungen auszugleichen und sich selbst zu heilen, doch irgendwann ist die Belastung einfach zu groß.

Der Behandlungsablauf

Rainer ThieleRainer Thiele: „Vor einer Behandlung steht eine exakte Diagnose auf dem Programm. Die Vorgeschichte und Lebenssituation des Patienten werden dabei ebenso berücksichtigt, wie genaue Auswertungen von Röntgenbildern und MRT-Aufnahmen. Durch 3-D-Vermessungen und eine genaue Überprüfung der statischen Körperverhältnisse, können eventuell vorhandene Fehlstellungen festgestellt werden. Diese Ungleichgewichte an der Wirbelsäule werden vom Chiropraktiker durch modernste Technik und spezielle Grifftechniken, die individuell auf den jeweiligen Patienten abgestimmt sind, korrigiert. Der Körper bekommt Hilfe zur Selbsthilfe: Blockaden lösen sich, Nervenimpulse fließen, die Selbstheilungskräfte werden aktiviert, der Organismus kommt wieder ins Gleichgewicht. Die Ursache eines Schmerzes wird beseitigt.“

Korrekter Sitz des Beckens für den Reiter entscheidend

Grundsätzlich rät Thiele allen Reitern zur Überprüfung eines eventuell vorhandenen Beckenschiefstandes und weiterer Fehlstellungen. „Vor allem im Reitsport ist ein korrekter Sitz des Beckens mit einer gesunden Schwingung entscheidend – es ist die wichtigste Hilfe für den Reiter im Kontakt mit seinem Pferd.“ Blockaden führen laut Thiele zu Kommunikationsproblemen, da das Tier die Signale nicht mehr richtig versteht und umsetzt. Doch nicht nur das: Da sich das Pferd seinem Reiter anpasst, übernimmt es auch vorhandene körperliche Blockaden.

„Ist die Statur in Balance, sollten ein gezieltes Muskeltraining sowie Aufwärm- und Dehnübungen vor jedem Ritt zur Routine werden, um den Belastungen im Reitsport Stand zu halten“, sagt Thiele. Bei vorhandenen Fehlstellungen sei dagegen dringend eine Korrektur notwendig.

Rainer Thiele selbst ist seit 1998 niedergelassener Heil-, Chiropraktiker mit Abschluss als Chiropraktiker nach den WHO Richtlinien für Chiropraktik. Er absolvierte eine mehrjährige osteopathische Ausbildung und sportheilkundliche Ausbildung an der Deutschen Paracelsus Schule in München.

Quelle: "Rainer Thiele, Sportheil-Chiropraktiker"



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