Die Evolution des Pferdes

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Neue Erkenntnisse

Sich einmal mit der Evolution des Pferdes zu beschäftigen, kann lehrreich und spannend zugleich sein. Paläontologen befassen sich z.B. mit der Entwicklungsgeschichte des Lebens auf der Erde und erforschen anhand von Fossilien die erdgeschichtliche Entwicklung und Veränderung von pflanzlichem und tierischem Leben. Ein solches Paläontologenteam aus Spanien und Argentinien ist nun in einer aktuellen Studie zu dem Schluß gekommen, dass Veränderungen in der Umwelt und in Ökosystemen die treibende Kraft hinter der Evolution der Pferde in den vergangenen 20 Millionen waren.

Das Forscherteam untersuchte insgesamt 140 Pferdearten, die mittlerweile größtenteils ausgestorben sind. Es fasste dazu Jahrzehnte der Erforschung der fossilen Entwicklung dieser populären Säugetiergruppe zusammen und stellte mit seinen Schlussfolgerungen eine klassische Theorie in Frage, die den Evolutionserfolg der Pferde mit verschiedenen neuen Anpassungen an das Leben im offenen Grasland vor 18 Millionen Jahren in Verbindung bringt.

Pferdeevolution

Nach dieser Theorie sollen sich Pferde in der Steppenumgebung schneller entwickelt haben. Sie entwickelten widerstandsfähigere Zähne, die sich bei dem überwiegenden Verzehr von Gras nicht so schnell abnutzten. Auch wurden die Pferde größer, um dieses nahrungsarme Futter besser verwerten zu können. Die Größe bot außerdem Schutz vor Raubtieren in diesem neuen, offenen Lebensraum. Bisher wurde daher angenommen, dass sich Zähne und Körpergröße in kurzer Zeit entwickelten.

Neuen Ergebnissen zufolge könnten diese evolutionären Veränderungen mehr Zeit in Anspruch genommen haben als bisher vermutet. Das Forscherteam konnte sogar zeigen, dass sich alle neu entwickelten Pferdearten ökologisch gesehen sehr ähnlich waren. Es sieht daher so aus, als wären die evolutionären Veränderungen nicht durch eine neue Vielfalt der ökologischen Rollen, sondern vielmehr durch eine zunehmende Vielgestaltigkeit der Umwelt zu erklären.

Laut Manuel Hernández Fernández von der Universidad Complutense in Madrid könnten Veränderungen in der Umwelt ein Mosaik von zersplitterten Ökosystemen hervorgebracht haben, in denen sich verschiedene Pferdepopulationen mit ähnlichen Bedürfnissen und Anpassungen an die Umwelt isoliert voneinander entwickeln konnten. So könnten sich unterschiedliche Arten mit ähnlichem Aussehen entwickelt haben. Dies war wohl nur in Ökosystemen möglich, in denen viel Energie und Biomasse verfügbar war, sodass Arten, die einander sehr ähnlich waren und sonst stark miteinander konkurriert hätten, alle überleben konnten.

Zweimal noch beschleunigte sich diese Vielfalt der Pferdearten, als nämlich der veränderte Meeresspiegel vor elf Millionen Jahren und dann noch einmal vor vier Millionen Jahren den Pferden ermöglichte, von Nordamerika nach Eurasien und Afrika hinüberzuwandern. Damals tauchten neue Arten tatsächlich ganz schnell auf, zeigten aber äußerlich keine dramatischen Veränderungen.

Wie du siehst, ist die lange Entwicklungsgeschichte des Pferdes von den Anfängen vor rund 60 Millionen Jahren, als es noch eher wie ein Hund aussah, bis zum heutigen Pferd wie wir es kennen, tatsächlich umfangreich und spannend. Eine Beschäftigung damit lohnt sich also. Der allererste Vorfahr unserer Pferde, der auch als Urpferd bezeichnet wird, heißt übrigens Eohippus. Eohippus ist Lateinisch und bedeutet übersetzt "Pferd der Morgenröte".

Quelle: Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung



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