Augenfalten bei Pferden

Veröffentlicht in Verschiedenes

Was sie über deren Gefühle verraten

Das Auge eines Pferdes gilt als Spiegel seiner Seele. Die Falten über dem Augapfel werden zudem als besonders ausdrucksstark gewertet. Viele Reiter und Pferdebesitzer interpretieren sie als einen Indikator für Unbehagen, mindestens aber als Sorgenfalten. Für diese These gab es bisher aber keine Belege. Ein Team von Wissenschaftlern aus der Schweiz, Großbritannien und den Vereinigten Staaten hat nun neuere Untersuchungen der Gesichtsmimik beim Pferd vorgenommen.

Ziel war es, anhand von Verhaltens- und physiologischen Messwerten herauszufinden, ob es einen Zusammenhang zwischen dem gefühlsmäßigen Zustand eines Pferdes und der Ausprägung, also der Menge und Art der Falten über den Augen gibt. Falten über den Augen sind bei Pferden häufig zu beobachten, sie unterscheiden sich aber in der Anzahl und Form wie bei jedem Individuum. Im Rahmen des Experiments wurden nun 16 Pferde mit jeweils zwei positiven (Streicheleinheiten, Erwartung einer Futterbelohnung) und zwei negativen Situationen (Futterneid, Rascheln mit einer Plastiktüte) konfrontiert.

Augenfalten beim Pferd
Falten über den Augen sind bei Pferden häufig zu beobachten, sie unterscheiden sich aber in der Anzahl und Form (Foto: pixybay)

Jeder Test dauerte 60 Sekunden und wurde durch eine gleichlange Phase ohne Stimulierung abgelöst. Die Augenpartien der Versuchstiere wurden dabei fotografisch erfasst und die Fotos wurden anhand einer Bewertungsskala ausgewertet. Dabei wurden die sechs Parameter Gesamteindruck, Anzahl und Ausprägung der Falten, Form des Augenlids, sichtbares Augenweiß sowie Winkel zwischen Verlängerung des Durchmessers des Augapfels und oberster Falte berücksichtigt.

Dabei fiel auf, dass vor allem zwei der Parameter, nämlich Winkel und Augenweiß, der Vermutung entsprechend durch emotionale Situationen beeinflusst wurden: positive führten zu einer schwächeren, negative zu einer stärkeren Ausprägung. Die anderen vier Meßwerte wurden durch die verschiedenen Situationen nicht systematisch beeinflusst. Nun sollen weitere Untersuchungen folgen, bevor die Ergebnisse dieser Erhebung zur Beurteilung des emotionalen Wohlbefindens von Pferden zum Einsatz kommen können.

Quelle: Anke Klabunde, www.aid.de



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