Künstliche Befruchtung beim Pferd

Veröffentlicht in Pferdezucht

Pferdezucht: Spermien aus der Kapsel

Nicht nur Milchviehzüchter, auch Pferdezüchter dürfen sich zukünftig freuen: Forschern am Department für Biosysteme der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich ist es gelungen, eine neuartige Form der künstlichen Befruchtung zu entwickeln.

Ursprünglich für die Rinderzucht konzipiert, kann das Verfahren auch in der Pferdezucht angewendet werden. Dabei handelt es sich um Cellulose-Kapseln, die Hengstspermien und lebende Zellen enthalten und sensibel auf den Zyklus einer Stute reagieren.

Die künstliche Besamung bei Pferden ist inzwischen selbstverständlich geworden. Mussten früher die Stuten zum Hengst transportiert werden, verläuft das in der Mehrzahl der Fälle inzwischen umgekehrt: Der Samen kommt zur Stute, frei Haus und in der Regel tiefgefroren. Infektionen und Verletzungen durch den Deckakt werden vermieden, die Hengstauswahl kann theoretisch aus dem weltweit verfügbaren Bestand erfolgen.

Jedoch sind nicht alle künstlichen Befruchtungen erfolgreich: Mittels Ultraschall ist die Empfängnisbereitschaft zwar weitestgehend zeitnah feststellbar, den genauen Zeitpunkt des Eisprungs können aber weder Tierhalter noch Veterinär exakt vorherbestimmen. Bioingenieure um Professor Martin Fussegger der ETH haben dafür eine Lösung im Sinne der Zuchtoptimierung gefunden.

Die Kapsel ist mit einem genetischen Netzwerk ausgestattet, das auf den Hormonspiegel zum Zeitpunkt des Eisprungs reagiert. Die winzigen Kapseln werden wenige Tage vorher in den Uterus der Stute eingepflanzt. Aufgrund einer chemischen Reaktion lösen sich die Kapseln von innen her auf, die Samenzellen kommen frei und können zur befruchtungsfähigen Eizelle schwimmen. Auf diese Weise vergrößert sich die Erfolgsrate bei der künstlichen Besamung.

Quelle: Anke Klabunde, aid.de



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