Entwöhnung des Fohlens

Veröffentlicht in Pferdezucht

Bedürfnisse der Stute nicht vergessen

Viel Wert legen Pferdehalter üblicherweise auf eine stressfreie Entwöhnung des Fohlens von der Mutterstute. Doch nicht selten bewirkt die starke Fokussierung auf den Nachwuchs eine deutlich geringere Aufmerksamkeit gegenüber der noch laktierenden Stute.

Bereits erfahrene Stuten überstehen eine Entwöhnung in der Regel ruhiger als ihre Fohlen. Dennoch sollte dieser Zustand nicht darüber hinwegtäuschen, dass vor allem zu diesem Zeitpunkt der Fütterungsumstellung des Muttertieres eine hohe Bedeutung zukommt. Denn in dem Bemühen, die Milchproduktion zu verlangsamen, reduzieren einige Pferdezüchter über einen Zeitraum von ca. fünf bis sieben Tagen vor dem Absetzen die Getreidefütterung auf Null. Gleichzeitig werden die Fohlen abgehalten, die "Milchbar" in Anspruch zu nehmen, bis das Euter ausgetrocknet ist. Der Verbrauch eines qualitativ hochwertigen Pferdefutters wird dann typischerweise auf das Niveau derjenigen Futtermenge reduziert, die von nichtlaktierenden Stuten gefressen wird.

Eine nach der Entwöhnung in ausreichend guter Kondition befindliche Stute kann in ähnlicher Weise gefüttert werden wie ein Muttertier im frühen Stadium einer Trächtigkeit. Hat sich der Gesundheitszustand der Stute in Folge der Laktation jedoch drastisch verschlechtert, erscheint sie auffallend dünn oder eingefallen, so kann sie durchaus Getreide und qualitativ hochwertiges Pferdefutter erhalten, um die Gewichtszunahme nach der Entwöhnung zu erleichtern.

Mit Eintritt der Trächtigkeit steigen die Anforderungen an eine ausgewogene Spurenelementeversorgung. Eine kalorienarme Supplementierung mit sogenannten Balancer Pellets ist erforderlich - vor allem ab Mitte der Schwangerschaft. Viel Aufmerksamkeit sollte dem sorgsamen Umgang mit Stuten nach der Entwöhnung von ihren Fohlen gewährt werden, insbesondere wenn diese erneut tragend sind. Denn die Erreichung oder auch der Erhalt einer optimalen körperlichen Verfassung erhöht die Effizienz der zukünftigen Reproduktion.

Quelle: Anke Klabunde, aid.de



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