Pferde Anweiden

Veröffentlicht in Pferdegesundheit

Start in die Weidesaison

Nur die wenigsten Pferde haben das ganze Jahr über freien Zugang zur Weide und die Umstellung von Winter auf Sommerfütterung ist für sie meist problemlos, da sie sich langsam an das im Frühjahr wachsende Gras mit seinem sich stetig verändernden Nährstoffgehalt gewöhnen können. Der Großteil der in Deutschland gehaltenen Pferde hat aber nur in den Sommermonaten von Mai bis Oktober die Möglichkeit zum Weidegang. Für sie, die den Winter im Stall oder auf Sandpaddocks verbracht haben, gestaltet sich die Eingewöhnungszeit in die "grüne Saison" allerdings deutlich anspruchsvoller.
Pferde beim Heuknabbern
Sinnvoll ist es, vor dem ersten Weidegang ein wenig Heu zu füttern (Foto: pixabay)

Grundsätzlich bergen Futterumstellungen ein hohes Risiko und sollten beim Pferd immer behutsam erfolgen. Schließlich reagieren die ursprünglich auf ein karges Nahrungsangebot spezialisierten Dauerfresser sensibel auf Veränderungen. Dies gilt nicht nur, aber vor allem beim Übergang von der getrockneten Raufaser zum saftigen Grünfutter der Weide. Die für die Verdauung von frischem Gras benötigten Darmbakterien sind nach der Winterfütterung mit Heu, Stroh und Kraftfutter nur noch in deutlich reduziertem Umfang vorhanden. Daher benötigt die Darmflora einige Zeit, bis sie sich der neuen Fütterungssituation angepasst hat. Wenn die Umstellung auf das neue Futter zu schnell erfolgt, kann dies zu Durchfall, Kotwasser, Hufrehe und schweren Koliken führen. Im schlimmsten Fall können diese sogar tödlich verlaufen.

Pferde auf der Weide
Beim Anweiden ist die richtige Vorgehensweise wichtig! (Foto: pixabay)

Beim Anweiden ist daher die richtige Vorgehensweise besonders wichtig. Zu Anfang sollte das Pferd nur etwa 10 bis 15 Minuten pro Tag Zugang zum frischen Grün erhalten. Da die über einen langen Zeitraum abstinent gehaltenen Pferde nicht selten gierig auf das frische Gras reagieren, empfiehlt sich das Grasen an der Hand und nicht frei auf der Weide. Erst nach einigen Tagen sollte das Zeitfenster um fünf bis maximal zehn Minuten erhöht werden. Der für das Anweiden eingeplante Zeitkorridor sollte mindestens 14 Tage betragen. Erst nach dem Anweiden an der Hand sollte das Pferd auf einen kleinen, abgezäunten Teil der Weide gelassen werden. Dort darf es dann täglich eine halbe Stunde frei grasen. Die Verweildauer auf der Wiese kann dann nach und nach ausgeweitet werden.

Sinnvoll ist es, vor dem Weidegang erst ein wenig Heu zu füttern, um potenziellen Magen-Darm-Problemen vorzubeugen und einen ersten Sättigungszustand beim Tier zu erreichen. Dennoch sollte das Pferd in der ersten Zeit besonders gut beobachtet und der Kot regelmäßig kontrolliert werden.

Quelle: Anke Klabunde, aid infodienst e. V.


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