Herbstgrasmilben bei Pferden

Extrem lästig für Weidetiere

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen langsam fallen, beginnt wieder die Zeit der Herbstgrasmilben. Ihren Namen haben sie bekommen, weil die zu den Spinnentieren zählenden Gliederfüßer vor allem zur Erntezeit im Spätsommer und Herbst aktiv sind und auf Wiesen in Waldrandnähe und neben Gewässern schnell zur Plage werden. Schließlich bevorzugen Herbstgrasmilben eine niedrige Vegetation und halten sich in Bodennähe auf Grashalmen und Grünpflanzen auf.

Weidegras

Sobald die Bodentemperaturen nicht mehr über 16 Grad steigen, schlüpfen aus den zuvor von den weiblichen Tieren im feuchten Erdboden abgelegten Eiern die Larven der Herbstgrasmilben. Diese Larven suchen sich als Wirtstiere nicht nur Pferde, sondern auch Hunde, Katzen, Vögel und sogar Nagetiere. Auch Menschen, die ohne Bein- und Fußschutz durch die Wiesen streifen, können von Herbstgrasmilben befallen werden, schließlich ernähren sich diese von Zellsaft und Lymphe aus den Hautschichten, seltener auch von Blut. Dazu bohren sich die Larven mit ihren Mundwerkzeugen einen Zugang in die obersten Schichten der Haut und gelangen so mit ihrem Speichel auch unter die Haut.

Als Pferdebesitzer fällt uns zunächst meist nur auf, dass unser Pferd im Bereich der Fesselbeuge, des Kronsaums oder auch bis hin zum Fesselgelenk an den Beinen kleine offene und juckende Stellen hat, die manchmal auch nässen oder gar bluten können. In diesem Fall denken wir dann zunächst eher an eine Maukeerkrankung. Aber auch am Kopf, meist im Bereich der Nüstern, sowie an Rücken und Sattellage können diese Hautreizungen auftreten und die Haut gerötet sein. Oft entstehen zudem Pusteln, Quaddeln und Krusten, verbunden mit heftigem Juckreiz und Haarausfall. Bei massivem Befall mit den Larven der Herbstgrasmilbe kann es bei den befallenen Tieren sogar zu Krämpfen und Anfällen kommen, die Epilepsie ähneln.

 

Juckreiz beim Pferd

Um diesen Gefahren vorzubeugen, ist es sinnvoll, beim Pferd regelmäßig eine Sichtkontrolle der Haut durchzuführen. Zu erkennen sind die rundlichen, sechsbeinigen Larven an ihrer blassgelben bis ziegelroten Färbung. Hilfreich kann es sein, ein Stück weißes Papier anzulegen, auf dem sich die Insekten sammeln und so ihre Anwesenheit verraten. Sie sitzen als kleine Punkte von 0,2 bis 0,3 mm Größe auf der Haut des Pferdes. Wenn die Parasiten rechtzeitig entdeckt werden, sollten die Plagegeister vorsichtig mit einem Rasiermesser oder einem scharfen Löffel abgekratzt werden. Oftmals wird mit Insektiziden gearbeitet, die die Milben abtöten sollen, aber auch weniger agressive Mittel wie eine Waschung mit Apfelessig, Salzwasser oder Kernseifenlauge und anschließender Spülung mit klarem Wasser sind hilfreich.

Äußerlich können Jodtinktur zur Desinfektion und Zinksalbe zur Heilung Linderung schaffen und den Juckreiz eindämmen. Unterstützend wirken die Gabe von Zink-, Kupfer- und Selen-haltigen Mineralfuttermitteln sowie eine homöopathische Behandlung zur Steigerung des Immunsystems. Vorbeugen kann man einem Befall mit Grasmilben beim Pferd, das regelmäßig Weidegang hat, nur schwer. Hilfreich kann es allerdings sein, wenn die Pferde Vitamin B in höherer Dosis erhalten oder die für Milbenbefall anfälligen Hautbereiche mit Fliegenspray behandelt werden. Bei besonders schwerem Befall ist aber auf jeden Fall ein Tierarzt hinzuziehen.

War dein Pferd auch schon mal von Herbstgrasmilben befallen? Was hast du dagegen unternommen?

Quelle: Anke Klabunde, aid.de



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