Druse beim Pferd

Veröffentlicht in Pferdefütterung, Pferdegesundheit

Hochansteckend und gefürchtet

Die Druse ist eine hochinfektiöse, bakterielle Erkrankung der oberen Atemwege beim Pferd, die durch das Bakterium Streptococcus equi hervorgerufene wird. Grundsätzlich können alle Tiere jeden Alters betroffen sein. Da die Ansteckung als Tröpfcheninfektion von Pferd zu Pferd erfolgt, tritt sie insbesondere bei hoher Besatzdichte im Stall, während der kühlen Jahreszeit und in Ställen mit häufigem Einstellerwechsel oder überdurchschnittlich hohen Kontaktraten zwischen den Pferden auf. Aber auch der Mensch kann Überträger dieser Krankheit sein.

BuchtippNach einer durchschnittlichen Inkubationszeit von drei bis 14 Tagen sind häufig hohe Fieberschübe von bis zu 41 Grad Celsius zu beobachten. In der Folge schwellen die Lymphknoten am Kopf, in der Ohrspeicheldrüse und im Rachen stark an. Im schlimmsten Fall kann die Verengung des Rachenraumes lebensbedrohlich sein. Die Pferde haben starke Schluckbeschwerden und ein hohes Schmerzempfinden bei Berührung der betroffenen Stellen. Sie verweigern in diesem Stadium oft die Futteraufnahme, sind apathisch und weisen nicht selten eine gestreckte Halshaltung auf, um sich eine Linderung der Rachenschmerzen und Atemprobleme zu verschaffen.

Wenige Tage nach dem Auftreten der ersten Krankheitsanzeichen bilden sich eitrige Abszesse an den Kehlgangslymphknoten, die häufig platzen oder vom Tierarzt geöffnet werden müssen. Durch das Austreten von cremig-gelbem Eiter bessern sich die klinischen Symptome, das Fieber sinkt und der Patient zeigt wieder deutlich mehr Lebensenergie und Appetit. Komplikationen können auftreten, wenn sich die Abszesse in den Rachen oder die Luftsäcke entleeren, äußerlich in Einzelfällen an blutig-eitrigem Nasenausfluss zu erkennen.

In einigen wenigen Fällen besiedeln die Druse-Bakterien auch Brust- und Bauchhöhle oder das Gehirn des Pferdes. Diese als metastatische Druse bezeichnete Erkrankung kann sogar zum Tod des Tieres führen. Pferde, die vor dem Ausbruch der Erkrankung bereits Kontakt mit dem Erreger hatten und teilweise eine Immunität ausbilden konnten, zeigen häufig einen leichteren Krankheitsverlauf.

Beim Auftreten der ersten Symptome sollte auf jeden Fall unverzüglich der Tierarzt gerufen werden. Boxenruhe und Isolation vom restlichen Tierbestand sind weitere wichtige Maßnahmen. Auch ist die Fütterung mit weichem Futter zu empfehlen. Die Reifung der Abszesse kann durch Zug- oder Kampfersalbe, Rotlichtbehandlung und feucht-warme Kartoffelwickel beschleunigt werden. Ohne Komplikationen gilt die Druse nach durchschnittlich vier Wochen als ausgeheilt. Allerdings sollte der Patient noch mindestens zwei Wochen nach seiner Genesung geschont werden.

Quelle: Anke Klabunde, aid.de



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