Borreliose-Impfung auch für Pferde

Veröffentlicht in Pferdegesundheit

Wirklich sinnvoll?

Bislang konnten ausschließlich Hunde durch eine Impfung vor der von Zecken übertragenen Krankheit Borreliose geschützt werden. Nun gibt es die Borreliose-Impfung auch für Pferde. Dabei soll der neue Pferdeimpfstoff von der Entwicklung profitieren, die der Hundeimpfstoff erst hinter sich bringen musste: er soll gleich umfassend vor den drei hierzulande verbreiteten Bakterienstämmen schützen.

BorrelioseDie häufigste Krankheit, die in Deutschland von Zecken übertragen wird, ist die bakterielle Borreliose oder Lyme-Borreliose. Betroffen davon sind vor allem Menschen und Hunde, aber auch Pferde. Beim Menschen kommt es alljährlich zu mehreren Zehntausend Erkrankungsfällen. Wie viele Pferde Symptome der Krankheit entwickeln, ist noch nicht bekannt, weil entsprechende Statistiken dazu bislang fehlen. Blutuntersuchungen haben alldings ergeben, dass europaweit fast jedes dritte Pferd Kontakt mit dem Erreger hatte.

Wie sieht der Krankheitsverlauf aus?

Bei betroffenen Menschen zeigt sich in der Regel eine sich ringförmig ausbreitende Hautrötung - die so genannte Wanderröte. Sie bedingt eine sofortige Behandlung mit Antibiotika. Beim Pferd hingegen tritt die Wanderröte nicht auf oder wird durch das Fell verdeckt. Unbehandelt können sich die spiralförmigen Bakterien aber weiter durch das Gewebe bohren und erst Monate bis Jahre später schmerzhafte Gelenkentzündungen hervorrufen.

Beim Pferd macht sich das in einem steifen Gang und chronischem Gewichtsverlust bemerkbar. Im schlimmsten Fall schädigen die Bakterien auch Organe wie die Leber oder das Nervensystem. Das betrifft allerdings nur einen kleinen Teil der infizierten Tiere. Tückisch macht die Borreliose allerdings, dass die Diagnosestellung trotz entsprechendem Test nicht so einfach ist. Behandelt wird in jedem Fall mit Antibiotika über mehrere Wochen.

Wann ist die Borreliose-Impfung sinnvoll?

Eine Antibiotika-Behandlung ist nicht immer erfolgreich, denn einzelne Borrelien können überleben und Wochen bis Monate später einen erneuten Krankheitsschub auslösen. Deshalb ist die vorsorgliche Impfung eine eventuelle Option, zumal es für Pferde keine wirksamen Präparate zum Zeckenschutz gibt. Die Borreliose-Impfung empfiehlt sich in erster Linie für Pferde, die oft in zeckenreichem Gebiet unterwegs sind oder auf Weideflächen mit starkem Zeckenbefall leben.

Pferd beim GrasenDer Wirkmechanismus der Impfung kann dabei helfen, das sich die Schutzwirkung schon in der Zecke entfaltet, denn infolge der Impfung bilden sich im Körper des Pferdes spezifische Abwehrstoffe. Kommt es zum Zeckenstich, nimmt die Zecke die Abwehrstoffe mit dem Blut auf. Damit werden die krank machenden Borrelien bereits in der Zecke blockiert. Geimpft werden können laut Anbieter bereits Fohlen ab 12 Wochen. Für einen verlässlichen Impfschutz braucht es laut der Merial GmbH allerdings zu Anfang zwei Impfungen im Abstand von zwei bis drei Wochen. Danach muss einmal jährlich aufgefrischt werden.

Im Klaren sollte sich der Pferdehalter allerdings darüber sein, das auch eine Borreliose-Impfung keinen 100%igen Schutz bietet. Sinnvoller ist es, das Pferd regelmäßig nach Zecken abzusuchen und diese sachgerecht zu entfernen. Denn je schneller die Zecken entfernt werden, desto geringer ist das Infektionsrisiko! Natürlich ist jede Impfung auch ein Eingriff in das Immunsystem des Pferdes! Hier muß also jeder selbst abwägen, ob eine Impfung für sein Pferd sinnvoll ist.

Quelle: "Merial GmbH"



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