Blutspenden für Pferd und Co.

Man hört zwar nur wenig darüber, aber die Blutspende ist nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Tieren ein wichtiges Thema. Blut ist schließlich ein Stoff, der sich kaum künstlich herstellen läßt, aber innerhalb einer Spezies transferiert werden kann. Die Gründe für eine Bluttransfusion bei Pferden, Hunden, oder Katzen können vielseitig sein. Meist sind es schwere Unfälle oder große Operationen, die eine Transfusion erforderlich machen.

Natürlich gibt es genau wie beim Menschen auch bei Tieren verschiedene Blutgruppen. Auf Grund unterschiedlicher Oberflächenproteine an den roten Blutkörperchen wird Blut in verschiedene Blutgruppen eingeteilt. Beim Hund werden mehr als 12 verschiedene Blutgruppensysteme beschrieben. Bei Katzen werden drei und bei Pferden acht verschiedene Blutgruppen unterschieden.

Hund bei der Blutspende
Die gespendete Blutmenge wird vom tierischen Organismus rasch wieder ausgeglichen. (Foto: Felizitas Steindl/Vetmeduni Vienna)

Bei einer Transfusion ist auf jeden Fall auf die richtige Blutgruppe zu achten, denn die Verabreichung einer unpassenden Blutgruppe kann für Tiere tödliche Folgen haben. Bei Pferden ist die erste Übertragung von Spenderblut noch unproblematisch. Bei jeder weiteren Transfusion muss aber genau auf die Blutgruppe geachtet werden, da sich in diesen Fällen bereits Antikörper gegen das fremde Blut im Organismus des Tieres gebildet haben.

Vor allem während Operationen mit hohem Blutverlust z.B. im sehr gut durchbluteten Nasen- und Kieferbereich benötigen Pferde mitunter eine Blutspende von ihren Artgenossen. Hier kann eine Bluttransfusion helfen, den Kreislauf des Tieres während der Operation aufrecht zu erhalten. Aber auch eine Gerinnungsstörung des Blutes, eine Blutarmut, Vergiftungen oder schwere Infektionskrankheiten können eine Blutspende erforderlich machen.

Tierarzt
Bei einer Transfusion ist auf jeden Fall auf die richtige Blutgruppe zu achten! (Foto: pixabay)

In der Klinischen Abteilung für Interne Medizin Pferde an der Veterinärmedizinischen Universität Wien bringen Besitzerinnen und Besitzer kranker Pferde gelegentlich die passenden Spendertiere gleich mit. Aber auch klinikeigene Pferde sind im Blutspenderegister der Universität eingetragen. Die entnommene Blutmenge und die Zeitpunkte der vorangegangenen Blutspenden werden hier genau vermerkt, so das Bluttransfusionen entsprechend geplant werden können. Das ist leider nicht überall so.

Maximal fünf bis sieben Liter Blut werden einem Pferd während einer Spende abgenommen. Danach wird das Blut innerhalb weniger Stunden einem Patienten verabreicht. In einigen Fällen wird auch das Plasma vom Vollblut getrennt und für bestimmte Anwendungen, wie zum Beispiel zur Wundheilung, bei Augenoperationen oder bei Patienten mit massivem Eiweißverlust genutzt.

Bedenkt man also, dass die häufigsten Gründe für eine Transfusion starker Blutverlust nach Operationen, Unfällen, Vergiftungen und Krebserkrankungen sind, kann es eigentlich jedes Tier treffen und man sollte vielleicht einmal über eine Blutspende seines gesunden Vierbeiners nachdenken. Allerdings gibt es dafür strenge Richtlinien und bei weitem nicht jedes Tier kommt als Spender in Betracht. Somit bleibt zu hoffen, das unsere Vierbeiner genau wie wir Menschen nie auf eine Blutspende angewiesen sein werden.

Verwendete Quellen: Pressemeldung "Veterinärmedizinische Universität Wien"

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