Gewichtshilfen beim Reiten

Einwirkungen des Reiters auf sein Pferd

Beim Reiten bezeichnet man die Einwirkungen des Reiters auf sein Pferd als Hilfen. Dabei wird unterschieden zwischen Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen. Auch wenn alle Einwirkunkgen erst im Zusammenspiel die Haltung und den Bewegungsablauf des Pferdes beeinflussen, so gehören die Gewichtshilfen doch zu den wichtigsten Hilfen. Manch ein Reiter hat aber noch so seine Probleme bei der richtigen Koordination.

In erster Linie solltest du dir darüber im Klaren sein, daß Pferde instinktiv versuchen, im Gleichgewicht zu bleiben. Durch die Verlagerung des Reitergewichts ist es nun möglich, das Pferd in seiner Bewegungsrichtung zu beeinflussen. Beim Angaloppieren z.B. verlagert der Reiter sein Gewicht vor, um das Pferd zu beschleunigen. Um nun im Gleichgewicht zu bleiben, reagiert das Pferd logisch, indem es versucht, wieder unter das Reitergewicht zu gelangen. Wenn du dich allerdings zu weit nach vorne lehnst, hat dies den Nachteil, das dadurch verstärkt die Vorderhand deines Pferdes belastet wird und die Hinterhand nicht mehr genügend untertritt.

Reiterin

Da dies für die Gesundheit des Pferdes nicht förderlich ist, solltest du dich beim Antreiben deines Pferdes also möglichst nicht nach vorne lehnen, sondern das Gewicht lediglich minimal nach vorne verlagern. Das Gleiche gilt bei der seitlichen Verlagerung des Gewichts. Auch hier solltest du dich nicht zur Seite lehnen, sondern nur eine minimale, kaum sichtbare Bewegung mit der Hüfte ausführen, indem der jeweilige Sitzhöcker mehr belastet wird. Wichtig dabei ist, im Oberkörper gerade zu bleiben. Dies bedarf zwar ein wenig Übung, ist aber wichtig, um dein Pferd nicht mehr als nötig zu belasten.

Praktische Hilfe

Damit du dir diese Vorgehensweisen einfacher vorstellen zu kannst, hat Christina Heß auf Ihrem Blog "Herzenspferd" dies in zwei tollen Beispielen physikalisch und für jeden nachvollziehbar erklärt:

"Stell dir vor, du trägst einen schweren Koffer in der linken Hand. Probiere das zu Hause einfach einmal aus und es wird dir leichter fallen, die Gewichtshilfen zu verstehen. Gehe nun ein paar Schritte seitwärts nach links, so dass sich deine Beine kreuzen. Dies wird dir relativ einfach fallen. Als nächstes gehst du nun ein paar Schritte seitwärts nach rechts. Auch das geht, aber du wirst dich dabei unwohl fühlen. Irgendwie paßt das nicht so richtig. Und je schwerer dein Koffer ist, desto mehr wird sich dieses Gefühl noch verstärken. Warum ist das so?

Koffer tragen

Eigentlich ist dies ganz einfach: Auf der linken Seite ist durch den Koffer mehr Gewicht. Du stehst fest mit dem linken Bein auf dem Boden. Es ist kein Problem, dein rechtes Bein anzuheben und in Richtung des Gewichts des Koffers zu bewegen, eben weil das Gewicht vom linken Bein getragen wird. Umgekehrt ist es dann aber so, dass du bei Bewegung des linken Beines das Gewicht durch Anstrengung und Muskelkraft mit dem rechten Bein tragen musst. Das ist schwer, weil Du mit dem rechten Bein nicht unter dem Gewicht des Koffers bist.

Ein weiteres Beispiel, um dieses Prinzip zu verstehen: Stell dir vor, du trägst ein Tablett mit Gläsern in der linken Hand. Wenn du das Tablett nicht ganz gerade hälst, rutschen die Gläser nach links. Damit dir die Gläser nicht herunterfallen, mußt du dich nach links bewegen, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. Deinem Pferd geht es genauso wie dir: Es versucht immer sein Gleichgewicht zu behalten. Wenn Du als Reiter nun dein Gewicht nach links verlagerst, wird es sich einfacher nach links bewegen können."

Fazit

Wer dieses toll erklärte physikalische Prinzip hinter den Gewichtshilfen erst einmal verstanden hat, ist seinem Ziel einer harmonischen und pferdeschonenden Reitweise schon ein gutes Stück näher gekommen.

Zusätzliche Informationen

Weitere ausführliche Informationen zu einem guten Bewegungsgefühl auf dem Pferd findest du im Buch "Bewegungsgefühl und Reitersitz: Reitfehler vermeiden - Sitzprobleme lösen" von Eckart Meyners.



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