Von Juckreiz zu Lebensfreude – ein Erfahrungsbericht

Wer Islandpferde kennt weiß: Sie sind robuste, freundliche Tiere. Dennoch kann ihnen ein leidiges Problem den Sommer zur Qual machen – Sweet Itch, besser bekannt als Sommerekzem. In diesem Artikel berichtet Simone Görg über das Thema Sommerekzem und ihre persönlichen Erfahrungen damit. Ausführlich erzählt sie, wie sich bei ihrem Pferd Flagari das Sommerekzem erheblich verbessert hat:

Was ist Sommerekzem?

Das Sommerekzem ist – ähnlich wie Heuschnupfen beim Menschen – eine allergische Reaktion auf den Speichel stechender Insekten. Nur befruchtete Stechmücken (z.B. Culicoides, Kriebelmücken) können es auslösen. Die Allergie tritt saisonal auf (Frühling bis Herbst) und betrifft vor allem Stellen mit feiner Haut und aufgerichtetem Haarwuchs (Mähne, Schweifrübe, Bauch). Bei manchen Rassen (Islandpferde sind z.B. oft betroffen, da sie in Island keiner solchen Belastung ausgesetzt waren) ist die Reaktion besonders stark.

Foto: Simone Görg

Typische Symptome sind intensives Scheuern und Kratzen, daraus resultierend Haarverlust, Krusten und dicke Hautpartien. Durch das Kratzen entstehen schnell offene, nässende Wunden mit Sekundärinfektionen. Ohne Behandlung können sich auch bakterielle oder Pilzinfektionen entwickeln. Wie ich aus eigener Erfahrung weiß, führt das zu großer Unruhe und Stress – konzentriertes Training und Bodenarbeit mit dem Pferd ist kaum möglich.

Nach zahlreichen erfolglosen Versuchen, totaler Verzweiflung und Ratlosigkeit, Schmerz bei mir und bei meinem Pferd Flagari, stellte sich erst dann eine deutliche Besserung ein, als ich konsequent auf natürliche Mittel setzte: eine Kombination aus gezieltem Insekten- und Pflegemanagement mit ätherischen Ölen sowie innerer Unterstützung durch Nährstoffe.

In der akuten Phase war Flagari oft ein „Häufchen Elend“: Er war nervös, stand ständig scheuernd da und seine Haut war an vielen Stellen dick und nicht mehr intakt. Wissenschaftlich bestätigt führt der Juckreiz bei Ekzemern zu genau diesen Symptomen. Heute weiß ich: durch konsequente Pflege mit natürlichen Mitteln wurde sein Zustand besser. Leider gibt es keine schnelle Heilung; die Therapie zielt darauf ab, Juckreiz zu lindern und neue Stiche zu vermeiden.

Foto: Simone Görg

Mein natürlicher Ansatz: Öle & Nährstoffe

Als ich erkannte, dass die Chemiekeulen, mit denen ich ihn gewaschen, eingesprüht und eingeschmiert habe, mein Pferd nur noch kranker machten, suchte ich nach anderen Lösungen. Als mittlerweile Expertin für natürliche Tiergesundheit setzte ich auf einen ganzheitlichen Pflegeansatz mit pflanzlichen Wirkstoffen und Vitalstoffen. Die Erfahrungen mit Flagari zeigten mir, dass eine Kombination aus äußerer Pflege und innerer Unterstützung entscheidend ist. Dabei verzichte ich auf chemische Insektizide („Bremsenschreck“) und konzentriere mich auf folgende Bausteine:

  • Insektenabwehr durch natürliche Gerüche: Ätherische Öle können Fliegen, Mücken und Bremsen fernhalten. Düfte wie Citronella, Zitronengras, Lavendel und andere sind für Insekten sehr unangenehm. Ich mischte ein Pflege- und Insektenschutzspray für Flagari mit speziell ausgewählten ätherischen Ölen und sprühte es regelmäßig in Mähne, Schweifrübe und Bauchlinie. Sehr wichtig ist, hier unbedingt auf die Potenz und 100 % naturreine Qualität zu achten, da Verunreinigungen oder synthetische Zusätze unwirksam sein können oder der Haut sogar schaden.
  • Die Unterschiede sind gewaltig. Achte bei Ölen unbedingt auf Reinheit Hautberuhigung und Wundpflege: Hier arbeitete ich hauptsächlich mit Copaiba und Lavendelöl. Dies beruhigt gereizte Haut spürbar und kühlt gleichzeitig. Bei Flagari trug ich Lavendelöl auf gerötete Stellen und kleine Krusten auf.
  • Hautpflegende Öle und Regeneration: Ergänzend kamen Öle mit stark abschwellender Wirkung zum Einsatz, die laut Studien die Wundheilung erheblich beschleunigen können. Auch das Copaiba-Öl (ein Baumharzöl) oder Teebaumöl werden traditionell verwendet, um Schwellungen zu lindern und Narbenbildung zu verringern. Copaiba enthält Beta- Caryophyllen, das eine sanfte, schmerzstillende Wirkung besitzt. In Kombination mit den anderen Ölen zeigte sich bei Flagari nach wenigen Wochen eine deutliche Abnahme von Schwellungen und Rötung.
  • Äußere Pflegezusätze: Zusätzlich stellte ich eine Salbe aus Kokosöl, Bienenwachs und einer speziellen Mischung ätherischer Öle her. Diese trug ich täglich auf offene oder schorfige Stellen auf. Die fetthaltige Basis schützt die Haut vor Austrocknung und Fremdstoffen. Die Ätherischen Öle, die ich verwendete, wirken sich positiv auf die Hautregeneration aus. Diese natürliche Wundpflege unterstützt die Regeneration stark beanspruchter Hautpartien.
  • Innere Unterstützung – Nährstoffe: Neben äußerer Pflege ist die Fütterung enorm wichtig. Ich ergänzte Flagaris Ration um ein MSM-Produkt (Methylsulfonyl­methan ist eine organische Schwefelverbindung), das auch ätherische Öle enthält und hochwertige Omega-3- Fettsäuren. MSM enthält Schwefel, einen Baustein für Haut, Fell, Knorpel und Stoffwechselprozesse. Viele Pferdebesitzer berichten nach einigen Wochen über kräftigeres Fell und sichtbar weniger Juckreiz.

Außerdem habe ich auf reichlich Omega-3-Fettsäuren (Fischöl oder Algenöl) geachtet. Studien belegen, dass sich Omega-3 (EPA/DHA) positiv auf die Haut auswirkt – die Haut reagiert weniger empfindlich und zeigt eine bessere Elastizität. Auch Vitamine und Spurenelemente spielen eine große Rolle.

Durch diese Kombination aus äußerlicher Pflege und innerer Stärkung verbesserte sich Flagaris Zustand deutlich. Schon nach wenigen Wochen beruhigte sich die Haut, offene Stellen heilten ab, und das ständige Scheuern ließ nach. Sein Fell wurde dichter und gesünder. Inzwischen juckt er sich kaum noch – ein Kontrast zu den ersten Tagen (damals kratzte, scheuerte und wälzte er sich oft blutig). Auch sein Allgemeinbefinden hat sich gewandelt: Er wirkt ausgeglichen und zufrieden, sein charakteristischer Stolz ist zurück. Dieser Erfolg spiegelt sich sogar in seinem Blick wider.

Foto: Simone Görg

Weiterer Gesundheits-Check und Leberkur

Ein weiterer wichtiger Schritt war eine begleitende Ganzkörper-Entgiftung: Ich führte zusätzlich eine Kur mit ätherischen Ölen durch, die die Leberfunktion sanft unterstützt. Ein gesunder Stoffwechsel stärkt die Abwehr und klärt die Haut. In Flagaris Fall zeigte sich nach dieser Kur eine noch bessere Hautbildung und eine zusätzliche Steigerung seines Energielevels. Solche Maßnahmen spreche ich stets mit meiner Tierärztin oder meiner Tierheilpraktikerin ab.

Wichtig: alle genannten Methoden beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen und Erkenntnissen aus der Aromatherapie. Sie ersetzen keine fachärztliche Diagnose. Es handelt sich um Tipps für andere Pferdefreunde zur gezielten Anwendung ätherischer Öle. Die Ergebnisse verblüfften viele andere Pferdebesitzer, die lange mit konventionellen Mitteln arbeiteten und brachten sie dazu, umzudenken und meinem Ansatz zu folgen.

Wenn dein Pferd ebenfalls am Sommerekzem leidet, möchte ich dir folgende Ratschläge mit auf den Weg geben:

  • Nicht aufgeben: Die Regeneration von Haut und Immunsystem braucht Zeit. Erwarte keine Wunder über Nacht. Kontinuierliche Pflege über mehrere Wochen ist nötig.
  • Individuell anpassen: Jedes Pferd reagiert anders auf Öle, Kräuter und Vitalstoffe. Beobachte genau, wie dein Pferd reagiert und passe die Mischung an. Was bei Flagari half, kann bei einem anderen Pferd variieren. Deshalb ist der regelmäßige Kontakt zu Experten so wichtig.
  • Richtig dosieren: Ätherische Öle sind hochkonzentriert. Verdünne anfangs die ätherischen Öle mit einem passenden Pflanzenöl. Oft wirkt eine milde Mischung genauso effektiv.
  • Ganzheitlich denken: Vergiss nicht, dass Hautprobleme oft interne Ursachen haben (z.B. Nährstoffmangel, überlastete Leber-, gestörtes Darmmikrobiom). Ergänze die Pflege daher mit hochwertigen Futterzusätzen (Omega-3, Vitamine, MSM) und sorge für artgerechte Haltung. Ein starkes Immunsystem hilft, Allergien abzuschwächen. Bring dein Pferd mit den Ölen in eine hohe Schwingung. Parasiten und Insekten befallen eher niedrig schwingende Wesen.
  • Schutz vor Insekten: Achte zusätzlich auf konventionelle Schutzmaßnahmen: Ekzemdecken, Fliegenmasken und angepasste Weidezeiten (vor allem nicht bei Dämmerung und Wassernähe) gehören auch dazu. So gibst du den Ölen die beste Wirkungschance.
  • Fachliche Unterstützung: Beziehe Tierarzt oder Tierheilpraktiker mit ein. Auch wenn natürliche Mittel sanft sind, ist eine genaue Diagnose wichtig.

Für mich persönlich hat die Arbeit mit ätherischen Ölen den Wendepunkt gebracht – nicht nur für Flagaris Haut, sondern auch für unsere Beziehung. Er vertraut mir völlig und wir sind als Team zusammengewachsen. Er zeigt auch sehr gut, welches Öl er gerade benötigt. Jedes Mal, wenn ich ihn entspannt auf der Weide stehen sehe, bin ich dankbar, diesen Weg gegangen zu sein. Pferdebesitzer, die sich für diesen ganzheitlichen Ansatz interessieren, dürfen mich jederzeit kontaktieren: Ich teile gern meine Erfahrungen und helfe bei der Auswahl von Ölen und Nährstoffen.

Foto: Simone Görg

Über die Autorin

Simone Görg ist leidenschaftliche Pferdefrau, Islandpferdebesitzerin und Fachfrau für natürliche Tiergesundheit. Ihr Herz schlägt für sanfte, wirksame Methoden, um Körper, Geist und Seele von Mensch und Tier ins Gleichgewicht zu bringen. Mit ihrem Islandpferd Flagari hat sie gelernt, wie kraftvoll die Naturkräfte ätherischer Öle sein können, wenn man sie bewusst einsetzt. Simones Motto: „Es gibt immer einen Weg aus Verzweiflung zu mehr Lebensfreude und Wohlbefinden – für dein Pferd und dich.“

Verwendete Quellen: Medizinische Fakten und Wirkungsweisen wurden unter anderem den Fachpublikationen und Tierkliniken wie tierspital.uzh.ch, paracelsus.de, eltabia.de und winnies.de entnommen.

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