Pferdeklappe braucht 35.000 Euro pro Monat
Aus finanziellen, gesundheitlichen oder logistischen Gründen können immer häufiger Pferdehalter ihre Pferde nicht mehr versorgen. Der letzte Ausweg ist dann nicht selten die Abgabe des Tieres an eine Pferdeklappe oder einen Gnadenhof. Allerdings führt die steigende Anzahl abgegebener Pferde zu einer zunehmend kritischen Situation bei den entsprechenden Institutionen, denn diese stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen. Auch bei der Pferdeklappe des Österreichischen Tierschutzvereins in Reutte ist das so.

Allein im August sind dort neun neue Pferde in die Pferdeklappe gekommen – drei Shire Horses, die größte Pferderasse der Welt, ein Vollblut und fünf Ponys. Hinzu kommt, dass die Schützlinge, die den Sommer zur Erholung auf der Alm verbracht haben, in den nächsten Tagen auf den Hof zurückkehren. Damit sind alle 28 Plätze des Pferdeschutzhofs belegt. Und es warten schon weitere Pferde auf Hilfe, denn die Warteliste ist lang.
Hohe Kosten für Tierarztbesuche und Futter
Personell, organisatorisch und finanziell herrscht gerade Ausnahmesituation und ohne Unterstützung ist diese Aufgabe kaum zu bewältigen. Besonders die neuen Pferde brauchen viel Aufmerksamkeit und Pflege. Hinzu kommen die dringend notwendigen Tierarztbesuche sowie das hochwertige Futter, was hohe Kosten verursacht. Wie Hofleiterin Mayrhofer berichtet, sind allein für das Shire Horse Georgie Girl, das an schwerem Hufkrebs leidet, Tierklinikkosten von rund 1600 Euro angefallen. Außerdem waren Spezialbeschläge für ihre erkrankten Hufe erforderlich, damit sie möglichst schmerzfrei ist.

Retten, pflegen, vermitteln
Seit ihrer Gründung im Oktober 2021 hat die Pferdeklappe bereits 139 Pferde gerettet. Für 108 von ihnen konnte ein neues, liebevolles Zuhause gefunden werden. Bis es soweit ist, verbringen alle Tiere ihren Alltag in artgerechter Herdenhaltung auf großen Weiden. Außerdem werden sie medizinisch versorgt, umfassend gepflegt und fachkundig betreut. Das ist auch unbedingt notwendig, denn die Vorgeschichte so manchen Pferdes ist nicht schön.
Vermittlungspferd finden und helfen
Wer die Pferdeklappe unterstützen möchte, kann dies auch durch die Aufnahme eines Pferdes tun. Einige Schützlinge wie der Junghengst Zazou, die Stute Valea oder der Wallach Luigi sind schon bereit, um in ein liebevolles neues Zuhause zu ziehen. Jeder Vermittlungsprozess ist sorgfältig, um sicherzustellen, dass das Pferd in ein ideal passendes Zuhause kommt. Um auch die Zukunft der Tiere abzusichern, bleiben die Pferde dabei lebenslang unter dem Schutz des Tierschutzvereins.

35.000 Euro pro Monat an Kosten
Jede Spende hilft daher, Leben zu retten, die Tiere zu versorgen und ihnen eine Zukunft in Sicherheit zu geben. Rund 35.000 Euro pro Monat sind notwendig, um den Betrieb am Laufen zu halten und die Tiere optimal versorgen zu können. Die Kosten für Energie, Tierarzt, Therapeuten, Futter, Wasser, Instandhaltung sowie Steuern und Abgaben sind enorm. All das wird zu hundert Prozent aus Spendengeldern finanziert. Darum freut sich die Pferdeklappe über jede Unterstützung.
Verwendete Quellen: Pressemitteilung Österreichischer Tierschutzverein
