Rückwärts einparken mit dem Pferdegespann!

Viele Reiter könnten sich nie vorstellen, statt auf dem Pferd hinter ihm zu sitzen. Vorurteile wie "Das ist doch nur was für Leute, die nicht oder nicht mehr reiten können" oder Bedenken, dass man das eigene Pferd ja so gar nicht richtig unter Kontrolle hat, sind nicht selten. Dabei hat das Klappern der Pferdehufe und das Geräusch zufrieden schnaubender Pferde vor der Kutsche durchaus seine Reize. Und nicht nur das. Gutes Fahren ist für das Pferd genauso nützlich wie gutes Reiten oder gutes Longieren. Nicht umsonst machen sich sogar Profis anderer Fraktionen die vielen guten Einflüsse des Fahrens auf Körper und Geist des Pferdes für ihr Training zu Nutze.

Pferdegespann
Pferde vor der Kutsche (Foto: Graham Hobster / Pixabay)

Allerdings ist es nicht einfach damit getan, die Pferde anzuspannen und dann loszufahren. Für das Pferd gehört schon eine individuelle, einfühlsame Ausbildung dazu, in der es lernt, sich selber, seinem Körper und seinem Menschen zu vertrauen. Auch der Fahrer trägt eine große Verantwortung, schließlich führt er ein  großes und starkes Lebewesen allein durch seine Worte und seine Hände, die die Leinen umschließen und feine Signale zum Pferd senden. Damit dies alles reibungs- und gefahrlos funktioniert, gehört von beiden Seiten viel Vertrauen dazu.

Wer all dies einmal hautnah erleben möchte, der hat am 9. Juli 2017 im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck die Gelegenheit dazu. Dort findet ein großer Fuhrmannstag statt, bei dem drei große Fahrwettbewerbe veranstaltet werden. Zahlreiche Fuhrmänner und -frauen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich haben sich bereits angemeldet, um beim Holzrücken, im Hindernisparcours oder dem Zugleistungswettbewerb teilzunehmen und gemeinsam mit den Pferden ihr Bestes geben.

Holzrücken
Pferde beim Holzrücken (Foto: ernie / Pixabay)

Traditionell wird dabei im Freilichtmuseum ein Wertungslauf der Baden-Württembergischen Meisterschaften im Holzrücken ausgetragen, der um 10.45 Uhr beginnt. Für die Besucher ist es jedes Jahr aufs Neue faszinierend, wie die großen, schweren Kaltblüter raffinierte Manöver beherrschen und schwierige Aufgaben meistern. Beim Wettbewerb geht es darum, dass die Zugtiere einen Baumstamm möglichst fehlerfrei durch den vorgegebenen Parcours ziehen. Noch heute wird das Holzrücken angewendet, um beispielsweise in Naturschutzgebieten Holz zu transportieren, ohne große Schneisen für moderne Geräte in den Wald zu schlagen.

Ein weiterer Höhepunkt ist der Zugleistungswettbewerb, der um 11.30 Uhr startet. Dabei ist es das Ziel, ein Gespann ohne Unterbrechung über die Distanz von 45 Metern zu ziehen, ansonsten werden Punkte abgezogen. Das Gewicht des Gespanns wird auf das Eigengewicht abgestimmt, sodass gleiche Bedingungen für alle Beteiligten geschaffen sind. Bei der Zugleistung wird im Gegensatz zum Holzrücken mehr Kraft als Geschicklichkeit gefordert. Ab 12 Uhr sind dann die Gespanne im Hindernisparcours unterwegs, den die Mitarbeiter des Freilichtmuseums gestaltet haben. Der Parcours orientiert sich am historischen Alltag, den Fuhrmann und Pferd früher bewältigen mussten. Unruhiges Gelände, zurückstoßen oder am steilen Hang anhalten stellen dabei besondere Schwierigkeiten dar.

Hindernisparcours
Gespann im Hindernisparcours (Foto: Oldiefan / Pixabay)

Neben den Wettbewerben finden außerdem handwerkliche Vorführungen rund um das Thema Pferd statt: die Wiesen werden ganz ohne Mähdrescher, dafür mit viel Pferdestärke gemäht, vor der Dorfschmiede zeigt der Hufschmied seine Kunst und für Verpflegung sorgen frisch gebackene Dünnele aus dem historischen Backhäusle, die berühmte Museumswurst und vieles andere mehr! Das Museum ist von 9-18 Uhr geöffnet, die Wertungsläufe und Vorführungen beginnen um 10.45 Uhr. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 16 Jahre haben freien Eintritt. Weitere Informationen gibt es unter www.freilichtmuseum-neuhausen.de oder 07461 / 926 3204.

Verwewndete Quellen: Freilichtmuseum Neuhausen

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„Das Pferd ist des Reiters Spiegel..."

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