Für ein tierfreundliches Silvester!
Niemand will die laute Böllerei und trotzdem knallt es nicht nur in ganz Österreich. Die Auswertung von über 1.500 Rückmeldungen im Rahmen der Initiative „Gusch statt Tusch“ des Österreichischen Tierschutzvereins zeigt: Immer mehr Gemeinden in Österreich verzichten auf organisierte Feuerwerke! Das große Problem ist die die private Knallerei. Sie verursacht Stress bei Tieren, führt zu schweren Verletzungen und belastet Menschen und die Umwelt massiv.
Von Gemeinden über Landwirtschaftskammern bis zu Blaulichtorganisationen herrscht Einigkeit: Feuerwerkskörper sind ein erhebliches Sicherheitsrisiko und belasten Umwelt, Tiere und Menschen massiv. Sogar Dietmar Prammer, Bürgermeister von Linz, betont: „Ein ganzjähriges Verbot von F2-Feuerwerk wäre aus Umwelt- und Tierschutzsicht sinnvoll. Abgase, Feinstaub und Lärm belasten Mensch und Tier erheblich.“

Die Landwirtschaftskammer OÖ spricht von einem jährlichen „Blackout“ des Umweltbewusstseins: „Man könnte meinen, in Zeiten von Klimakrise und wachsendem Umweltbewusstsein sei Feuerwerk längst ein Auslaufmodell. Doch Jahr für Jahr steuern wir erneut auf die gleiche Situation zu: Millionen Euro für Raketen – und Millionen Tonnen Belastung für die Umwelt – alles legal, vieles erlaubt, alles Tradition.“ Die Stadtgemeinde Wörgl berichtet, dass trotz bestehenden Verbots im Ortsgebiet weiterhin Raketen und Böller gezündet werden. Dies zeigt, dass frei erhältliche Feuerwerkskörper das zentrale Problem sind.
Das große Problem: Legaler Erwerb, illegaler Gebrauch
Raketen und Böller der Kategorie F2 sind ab 16 Jahren frei erhältlich, das Zünden im Ortsgebiet jedoch grundsätzlich verboten. Immer häufiger gelangen auch Minderjährige an Feuerwerkskörper. In den letzten Tagen sorgte dieser Missbrauch erneut für besorgniserregende Schlagzeilen:
- Graz: 14-Jährige verletzt sich mit F4-Böller schwer. (06.12.25)
- Wien: Elfjähriger zündete Böller in Park und sprengte sich Finger weg (07.12.25)
- NÖ: Jugendliche warfen F3-Böller aus Auto (08.12.25)
Polizei und Feuerwehr bestätigen Problematik
Blaulichtorganisationen bestätigen übereinstimmend die massive Problematik rund um Feuerwerkskörper. Kontrollinspektor Stefan Loidl von der Landespolizeidirektion Niederösterreich spricht von einer der einsatzstärksten Nächte des Jahres und betont, dass Pyrotechnik enorme Ressourcen bindet und ein unkalkulierbares Risiko auch für Unbeteiligte darstellt.
Chefinspektor Fritz Grundnig von der Landespolizeidirektion Steiermark schildert eine ähnlich angespannte Lage: „Trotz gesetzlichem Verbot seien zahlreiche Feuerwerke und Knallkörper deutlich wahrnehmbar gewesen, allein innerhalb von 24 Stunden gingen 1.987 Notrufe ein, die 765 Einsätze nach sich zogen.“
Brandrat Andreas Rieger vom Bundesfeuerwehrverband weist zudem auf die akuten Brandgefahren hin: Rund um Silvester steigen die Einsätze deutlich, im ländlichen Raum drohen bei trockener Witterung Vegetations- und Waldbrände, während es in Städten vermehrt zu Bränden an Balkonen, Terrassen oder Müllcontainern durch fehlgeleitete Feuerwerkskörper kommt.
Prominente Unterstützung für ein Silvester ohne Feuerwerk
Die Initiative „Gusch statt Tusch“ des Österreichischen Tierschutzvereins erhält prominente Unterstützung: Viele sprechen aus eigener Erfahrung und befürworten ein Silvester ohne Raketen und Böller:
- Benedikt Mitmannsgruber, Kabarettist: „Silvester ohne Böller ist kein Verzicht, sondern Rücksicht – auf Tiere, Menschen und Umwelt. Deshalb: Gusch statt Tusch.“
- Julia Furdea, Moderatorin und Model: „Die Spaziergänge rund um den Jahreswechsel sind für meine Hündin Lumi jedes Jahr eine Belastung. Der unerträgliche Lärm und der viele Müll am Boden machen ihr – und mir – sehr zu schaffen. Silvester kann auch ohne Krach schön und stimmungsvoll sein.“
- Thomas Brezina, Autor: „Ich hatte mein Leben lang Hunde, und für manche war Silvester furchtbar. Sie haben gezittert und sich im Keller versteckt. Der Jahresbeginn sollte für alle ein freudiges Ereignis sein – Böller gehören für mich einfach nicht dazu.“
- Monica Weinzettl & Gerold Rudle, Kabarettisten und Schauspieler: „Wir sprechen uns seit Jahren gegen diese Knallerei aus. Feuerwerke sind längst aus der Zeit gefallen – das hat nichts mit Tradition zu tun, sondern ist eine massive Belästigung für Mensch, Tier und Umwelt.“
- Mario Batka, Moderator: „Ein absolut wichtiges Thema für mich, gerade weil ich einen Angsthund daheim habe. Wer einmal sieht, welche Panik dieser kleine Hund vor Explosionen hat, der wird wohl nie wieder einen Böller auch nur ansehen! Mein Appell an alle: Bitte lasst die Knallerei!“

Jetzt unterschreiben & Ruhe spenden
Kinder, Familien und Touristen lassen sich auch ohne Raketen begeistern. Lichtergärten, Laternenumzüge oder Lichtinstallationen bringen Sicherheit, Wärme und Freude zu Neujahr. Mit der Initiative „Gusch statt Tusch“ fordert der Österreichischer Tierschutzverein vom Bundesministerium für Inneres: Kein Verkauf, Besitz oder Verwendung von Feuerwerkskörpern ab Kategorie F2 – das ganze Jahr über. Dafür ist es wichtig, dass möglichst viele auch die entsprechende Petition unterschreiben. Im Namen aller Zwei- und Vierbeiner bedankt sich der Verein schon jetzt auch bei allen, die auf Raketen und Böller verzichten und zu Silvester Ruhe spenden.
Andere Länder machen es vor
Auch in Deutschland fordert die Berliner Polizeigewerkschaft bereits ein bundesweites Böllerverbot mit schon über 2 Mio. Unterschriften. Frankreich verbietet in vielen Gemeinden den Verkauf und Besitz von Pyrotechnik, Irland erlaubt nur F1-Feuerwerk und die Niederlande führen ab 2026/27 ein generelles Verbot privater Feuerwerke ein. Es geht also, wenn man nur will!
Verwendete Quellen: Pressemitteilung Österreichischer Tierschutzverein
